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TNF-Hemmer

Synonyme: TNF-Blocker, TNF-Inhibitor

1 Definition

Als TNF-Hemmer werden Arzneistoffe bezeichnet, die durch Hemmung des Tumornekrosefaktors (TNF) eine antiphlogistische Wirkung besitzen und gegen eine Reihe entzündlicher Erkrankungen angewendet werden. TNF-Hemmer gehören zu den Disease-modifying anti-rheumatic drugs (DMARDs).

2 Hintergrund

Der Tumornekrosefaktor ist ein wichtiger Entzündungsmediator, der durch Ausschüttung bestimmter Botenstoffe zur Entstehung von Fieber und Entzündungsreaktionen beiträgt. TNF beeinflusst auch die Aktivität des Immunsystems, kann eine Apoptose induzieren und das Gewebewachstum anregen.

3 Vertreter

Die wichtigsten medizinisch genutzten Vertreter der TNF-Blocker sind monoklonale Antikörper:

sowie das gentechnologisch hergestellte Protein Etanercept.

4 Indikationen

TNF-Hemmer werden insbesondere gegen folgende Krankheitsbilder eingesetzt:

5 Nebenwirkungen

Unter Therapie mit TNF-Hemmern kann es zu schweren bakteriellen Infektionen und Pilzinfektionen kommen. TNF-Hemmer beeinträchtigen vor allem die Funktion der T-Lymphozyten. Daher wurde auch schwere, in Einzelfällen tödliche Reaktivierungen einer latenten Tuberkulose beobachtet.

Vor Beginn einer Therapie mit TNF-Hemmern müssen Patienten auf die Möglichkeit einer aktiven oder latenten Tuberkulose untersucht werden, zum Beispiel mittels Interferon-Gamma-Release Assay. Umgekehrt ist dieser Test unter Therapie mit TNF-Hemmern nicht aussagekräftig, da das Testprinzip auf der Reaktion der T-Lymphozyten beruht.

Die in der Therapie rheumatischer Erkrankungen üblichen Dosierungen von TNF-Hemmern erhöhen das Risiko für das Auftreten von hellem Hautkrebs (NMSC) in der Dimension eines relativen Risikos von 1,28 (95% CI, 1,19-1,38; I²=45,6%).[1] Gegenüber konventionellen DMARDs (csDMARDs) ist das Risiko, an einem Melanom neu zu erkranken, in einzelnen Studien erhöht, ohne dass eine robuste Homogenität dieses Trends im Metaanalysen gefunden wird. Die Bandbreite der Risikoerhöhung für hellen Hautkrebs ist hingegen für die Patientenaufklärung relevant.[2] Hautmalignome und immunmodulierende Antirheumatikatherapie sind nach Wolfe und Michaud mit einer Inzidenzrate von rund 0,066 verbunden.

6 Besonderheit

Die pharmakologische Wirkung der TNF-Hemmer kann durch den gleichzeitigen Genuss von grünem Tee und gelbem Ingwer gehemmt werden. Im Tee sind es die Catechine, im Ingwer das Curcumin, welches für die Wirkungshemmung verantwortlich ist.

7 Quellen

  1. Nonmelanoma Skin Cancer Risk Increased With Anti-TNF Use in Rheumatoid Arthritis. Dermatology Advisor. January 9th 2020.
  2. Burkhardt, H., Weisenseel, P., Radtke, M.A. et al.: Hautmalignome und immunmodulierende Antirheumatikatherapie. Z Rheumatol 2016 · 75:32–40 DOI 10.1007/s00393-015-0037-3, online publiziert: 26. Januar 2016

Diese Seite wurde zuletzt am 12. Januar 2020 um 13:09 Uhr bearbeitet.

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