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Strontiumranelat

Handelsname: Protelos®
Synonyme: Distrontium-5-[bis(carboxymethyl)amino]-2-carboxy-4-cyanthiophen-3-acetat (IUPAC), Ranelicsäure, Distrontiumsalz, Ranelinsäure, Distrontium-Salz (ASK)
Englisch: strontium ranelate

1 Definition

Strontiumranelat ist eine Strontiumverbindung, die zur Therapie der Osteoporose angewendet wurde. Der Arzneistoff wurde 2017 in Deutschland vom Markt genommen.

2 Chemie

Strontiumranelat ein Salz der Ranelicsäure. Die Summenformel ist C12H6N2O8SSr2. Die molare Masse von Strontiumranelat beträgt 513,49 g·mol-1.

3 Pharmakologie

Strontium hemmt den Knochenabbau und fördert den Knochenaufbau. Es gehört wie Calcium der chemischen Gruppe der Erdalkalimetalle an und kann über dieselben physiologischen Prozesse in den Knochen eingebaut werden. Etwa die Hälfte der hierdurch erreichten Knochenmassesteigerung ist dabei auf die höhere Atommasse des Strontiums im Vergleich zum Calcium zurückzuführen, während die andere Hälfte einem Zuwachs an Mineralisierung entspricht. Die pharmakologische Bedeutung der polaren Ranelicsäure besteht dagegen im Wesentlichen aus der Beisteuerung ihres Säureanions, das als Gegenion für die zwei Kationen des Strontiumteilchens auftritt und dadurch die Bioverfügbarkeit der Verbindung erhöht. Die Ranelicsäure selbst hat keinen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel.

4 Indikation

Strontiumranelat wurde neben den Bisphosphonaten zur Behandlung einer Osteoporose nach den Wechseljahren eingesetzt. Aufgrund von schweren Nebenwirkungen wurde die Anwendung 2013 von der EMA stark eingeschränkt. Im Jahr 2017 wurde das Arzneimittel in Deutschland vom Markt genommen.

5 Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen des Strontiumranelats sind:

Als schwere Nebenwirkungen können auftreten:

6 Links

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Juni 2021 um 11:33 Uhr bearbeitet.

Artikel aktualisiert.
#2 am 07.06.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
CAVE bei kardiovaskulärem Risikoprofil, nur noch stark eingeschränkte Indikation, siehe Roter Hand Brief 2014 https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2014/rhb-protelos3.html
#1 am 07.06.2021 von Daniel Bechler (Student/in der Humanmedizin)

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