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Rechtsherzversagen bei pulmonaler Hypertonie

1 Definition

Unter einem Rechtsherzversagen bei pulmonaler Hypertonie versteht man einen plötzlichen Ausfall der Rechtsherzfunktion aufgrund eines pulmonalen Problems. Es handelt sich dabei um eine akut lebensbedrohliche Erkrankung.

2 Anatomische Grundlage

Die anatomische Grundlage bilden die Strukturen des rechten Herzens und der Lunge. Es handelt sich angiologisch um ein Niedrigdrucksystem.

3 Epidemiologie

Das Rechtsherzversagen ist eine oft anzutreffende Störung. Wenngleich sie im Vergleich zu anderen kardiopulmonalen Erkrankungen seltener ist.

4 Ursachen

Die Ursachen dieser Form des akuten Rechtsherzversagens, liegen in einer pulmonal bedingten Kreislaufstörung. Diese Kreislaufstörung kann akut auftreten sein oder chronisch sein. Um zu einer Rechtsherzbelastung zu führen, muss die Kreislaufstörung ihre Genese in einer verminderten anterograden Pumpleistung haben.

Zu den Ursachen dieser verminderten anterograden Pumpleistung gehören:

5 Pathophysiologie

Durch eine Lungenerkrankung wie eine Lungenembolie akuter pulmonaler Hypertonie oder eine chronische pulmonale Hypertonie kommt es zu einer Erhöhung der Nachlast. Aufgrund der Konstruktion des rechten Ventrikels kann dieser eine akute Erhöhung der Nachlast nur in gewissen Grenzen kompensieren. Es ist nur eine Druckerhöhung auf 40mm Hg möglich. Erhöht sich die Nachlast weiter, so kommt es nachfolgend zur Reduktion des Schlagvolumens. Und zu einer Veränderung in der Struktur des Herzgewebes. Man spricht von einer sogenannten Gefügestörung, die eine Schädigung der kontraktilen Elemente des Herzmuskels bedingt. Auf dieser Grundlage stellt sich das akute Rechtsherzversagen ein.

6 Klinik

Die Patienten mit akuter Rechtsherzbelastung befinden sich in der Regel in einem kardiogenen Schock mit all seinen Symptomen. Initialsymptome oder Prodromalsyndrome, die Zeichen der Lungenembolie sind, sind vor allem Dyspnoe und Thoraxschmerz. Viele Patienten erbrechen und sind schockbedingt komatös.

7 Therapie

Die Therapie besteht neben dem Handling der akuten Kreislaufproblematik auch in der Therapie der zugrunde liegenden Ursache. Die Patienten müssen intensivmedizinisch betreut werden. Je nach Ausmass der Lungenembolie sollte eine operative Embolektomie oder Lysetherapie erfolgen. Eine Antikoagulation schliesst sich an.

8 Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch muss an verschiedene andere Erkrankungen gedacht werden. Hierzu gehören Herzrhythmusstörungen oder globale Herzinsuffizienzen mit akuter Dekompensation. Des weiteren kann die pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) bei Kollagenosen, Lebererkrankungen, Hepatitis und HIV zu einer akuten Rechtsherzbelastung führen.

9 Prognose

Die Prognose ist um so besser je schneller der Patient behandelt und die Ursache verifiziert wird. Vor allem muss das Rechtsherzversagen als solches erkannt werden. Geht die ursächliche Lungenembolie mit einem kardiogenen Schock oder einer Hypotonie einher, ist die Prognose deutlich schlechter. Die Frühmortalität liegt bei über 15%.

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