Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Nystagmus

von altgriechisch: νυσταγμός ("nystagmos") - Schläfrigkeit
Englisch: nystagmus, nystaxis

1 Definition

Mit dem Begriff Nystagmus beschreibt man unkontrollierbare, rhythmisch verlaufende Bewegungen eines Organs, am häufigsten die des Auges.

2 Hintergrund

In der Regel ist der Nystagmus durch eine gerichtete, langsame Bewegung in eine Richtung und eine konsekutive schnelle Rückholbewegung gekennzeichnet. Dabei wird der Nystagmus nach der Richtung der schnellen Komponente benannt.

Die langsame Komponente ist genau genommen ein vestibulookulärer Reflex, also ein über die Nuclei vestibulares und die Augenmuskelkerne verschalteter Reflex, der es ermöglicht, bei Kopfbewegung durch gegensinnige Augenbewegung ein Objekt zu fixieren. Bei der schnellen Komponente handelt es sich dagegen um eine Rückstellbewegung (Sakkade), die dadurch zu Stande kommt, dass die Augenmuskeln nur einen begrenzten Bewegungsumfang haben. Sobald dieser ausgeschöpft ist, vollführen die Augen die Sakkade, um ein neues Objekt zu fixieren.

Videoclip eines Nystagmus

3 Formen

3.1 ...nach Zeitpunkt des Auftretens

3.2 ...nach Schlagform

3.3 ...nach Schlagrichtung

3.4 ...nach Auslösbarkeit

3.5 ...nach Ursache

Der optokinetische Nystagmus ist ein physiologischer Nystagmus, der auftritt, wenn man bewegte Gegenstände mit den Augen verfolgt, z.B. aus einem fahrenden Zug oder Auto nahe gelegene Bäume fixiert. Dabei folgen die Augen langsam der Bewegungsrichtung der fixierten Gegenstände, um dann regelmäßig schnelle Sakkaden in die Gegenrichtung auszuführen.

4 Diagnostik

Am besten sieht man einen Nystagmus bei der Untersuchung des Patienten unter der Frenzelbrille , allerdings besteht dabei keine Möglichkeit zur Aufzeichnung oder Auswertung. Weitere Methoden sind die

Dei Aufzeichnung können mit der kalorischen Prüfung kalorischen Nystagmus oder mit der Pendelstuhl-Prüfung in der Vestibularisdiagnostik u.a.m. verbunden werden.

5 Klinik

Nystagmus tritt in der Regel in Verbindung mit Schwindel auf und wird auch im Anfall bei einem Morbus Menière gesehen. Er gilt bei einem Hallpike-Manöver als beweisendes Indiz für das Vorliegen eines benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels.

Ein Nystagmus kann auch mit schweren neurologischen Störungen einhergehen, z.B. der dissoziierte Nystagmus oder mit ophthalmologischen Erkrankungen wie der internukleären Ophthalmoplegie.

Wäre schön, wenn sich mal jemand von euch erbarmt, den noch fehlenden Artikel "rotatorischer Nystagmus" zu ergänzen...
#4 am 03.07.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Andalb
Bei einer Rotation auf dem Drehstuhl nach rechts, gäbe ein Nystagmus auch rechts. Welche Deviationsrichtung und Fallneigung dann bzw besteht da ein Unterschied ?
#3 am 30.06.2018 von Andalb (Student)
Nein - Der rotatorische Nystagmus wird durch Drehbewegungen ausgelöst. Beim Drehbeginn nach rechts sind die Sakkaden (und damit der Nystagmus) nach rechts gerichtet. Beim Stoppen der Drehbewegung nach rechts ist der Nystagmus nach links gerichtet (entspricht der Erregung der Bogengänge).
#2 am 10.11.2016 von Saro Höpner (Student der Humanmedizin)
wenn man nch rechts mit dem Drehstuhl bewegt wurde, gehen die Nistagmen nach links, oder?!
#1 am 05.11.2016 von Marcelo Hernan Zimmt (Student der Humanmedizin)

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

42 Wertungen (3 ø)

294.427 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: