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Muskelleistung

Englisch: muscle power

1 Definition

Als Muskelleistung wird in der Biomechanik die Arbeit bezeichnet, die ein Skelettmuskel pro Zeiteinheit absolviert. Sie entspricht - wenn man Umwandlungsverluste vernachlässigt - dem Energiebetrag, der durch die Muskelarbeit pro Zeitintervall verbraucht wird.

2 Hintergrund

Physikalisch ist Leistung (P) definiert als Arbeit (W) pro Zeit (t):

P = W / t

Die mechanische Arbeit ist wiederum definiert als die Kraft (F), die entlang einer Strecke (s) auf einen Körper einwirkt:

W = F * s

Daraus ergibt sich für die Leistung, dass sie als Produkt aus der Kraft (F) und der Geschwindigkeit (Strecke pro Zeiteinheit) angegeben werden kann:

P = F * s / t

Für die Muskelleistung bedeutet das also, dass sie sich aus dem Produkt der Muskelkraft (Kontraktionskraft, F) und der Kontraktionsgeschwindigkeit (s / t) ergibt.

Die maximale Leistung eines Muskels wird als konstant angenommen, da mit der Zunahme der Kontraktionsgeschwindigkeit eine Abnahme der Muskelkraft korreliert. Umgekehrt führt eine Abnahme der Kontraktionsgeschwindigkeit zu einer Zunahme der Muskelkraft.

siehe auch: Kraft-Geschwindigkeits-Relation, Kraft-Längen-Relation

3 Anwendung

Bezogen auf sportliches Training fällt die maximal mögliche Muskelleistung im Verlauf ab und erreicht mit Ende des Trainings ihr Minimum. Anschließend folgt eine Erholungsphase (Regeneration), die (je nach Intensität des Trainings meist innerhalb von 24 bis 96 Stunden) die ursprüngliche Leistungsfähigkeit wiederherstellt. Dies erfolgt durch den Abtransport von Laktat und die Auffüllung der muskulären Energiedepots.

Nach der Superkompensationstheorie schließt sich an die Regenerationsphase eine Phase erhöhter Leistungsfähigkeit (Superkompensation) an, die zu ihrem Ende auf das ursprüngliche Niveau vor Beginn des Trainings abfällt. Für einen optimalen Trainingserfolg legt der Sportler also idealerweise das nächste Training in das Maximum der Superkompensation, um dieselben Abläufe auf einem neuen Niveau zu vollziehen. Dieses Vorgehen bezieht sich jedoch hauptsächlich auf die muskuläre (und ggf. kardiopulmonale) Leistungsfähigkeit. Da die Belastbarkeit von bradytrophen Geweben wie Sehnen und Knochen meist nicht im gleichen Maße gesteigert werden kann, besteht bei zu rascher Intensitätssteigerung das Risiko eines Überlastungssyndroms. Diese Gefahr ist umso größer, je kürzer die Sportart bereits betrieben wird oder je länger man das Training pausiert.

Diese Seite wurde zuletzt am 2. August 2021 um 15:57 Uhr bearbeitet.

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