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Medizinstudium in Hamburg

1 Studienort

Hamburg ist mit rund 1,8 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Bundesrepublik Deutschland. Neben dem Hafen an der Elbe und der Alster sorgen diverse Parks, wie zum Beispiel der Stadtpark, für etwas Natur im trubeligen Metropolenleben. Mit Flughafen, den Autobahnen A1, A7, A23 und A24 sowie dem Hauptbahnhof ist Hamburg optimal zu erreichen.

2 Allgemeines zum Medizinstudium

Das Studium der Humanmedizin findet an der medizinischen Fakultät der Universität Hamburg statt. 2012 wurde der Regelstudiengang reformiert und der integrierte Modellstudiengang Medizin Hamburg (iMED) gestartet. Alle Studienanfänger beginnen im Modellstudiengang. 2019 startete dann auch der reformierte Studiengang Zahnmedizin iMED DENT.

Es gibt keine klassische Gliederung in Vorklinik und Klinik, die Inhalte und Kompetenzen werden in Modulen in drei Lernspiralen vermittelt. Zwischen dem 3. und 5. Semester wird die Prüfung Normalfunktion abgelegt, woraufhin nach dem 5. Semester ein Physikumsäquivalent erteilt wird. Im 10. Semester wird eine Studienarbeit geschrieben, worauf das 2. Staatsexamen folgt. Dann kommt das Praktische Jahr und das dritte Staatsexamen mit folgender Approbation.

Das Studium startet jeweils im Wintersemester mit rund 300 Studenten.

3 Auswahlverfahren

Um an einen der begehrten Studienplätze zu kommen, gibt es vier Zugangswege:

  • Vorabquote (z.B. Härtefälle)
  • 30% Abiturbestenquote
  • 10% Zusätzliche Eignungsquote (HAM-Nat+Übergangsweise Wartezeit)
  • 60% Auswahlverfahren der Hochschulen
    • 40 Punkte Abiturleistung
    • 40 Punkte HAM-Nat
    • 20 Punkte HAM-SJT

Der HAM-Nat ist ein Multiple-Choice-Test mit einem Schwerpunkt auf Biologie, Physik und Chemie. Der HAM-SJT (Situational Judgement Test) ist ein Multiple-Choice-Test mit einem Schwerpunkt auf sozialen Kompetenzen.

4 Studienablauf

Das Studium ist in die drei Lernspiralen "Normalfunktion", "Vom Symptom zur Krankheit" und "Krankheit Differentialdiagnosen" gegliedert. Dabei gibt es in jedem Durchlauf Module mit übergeordneten Themen. Ein Modul geht über 6 Wochen (Ausnahme: C2/G2 jeweils nur 3 Wochen). Zusätzlich müssen drei Monate Krankenpflegepraktikum, ein Erste-Hilfe-Kurs und vier Monate Famulatur abgelegt werden.

4.1 A-Module

Die Module A1/A2 beschäftigt sich mit Themen rund um den Bewegungsapparat. Hier finden sich Fächer wie Anatomie und Unfallchirurgie wieder.

4.2 B-Module

In den Modulen B1/B2/B3 dreht sich alles um Herz und Lunge. Ein Schwerpunkt liegt auf der Physiologie und Fächern wie Kardiologie, Anästhesie und Notfallmedizin.

4.3 C-Module

Die Module C1/C2/C3 thematisieren Infektion, Gene und Zellen. Fächer wie Biochemie und Mikrobiologie sind auch vertreten..

4.4 D-Module

Die Entwicklung des Lebens ist Thema der Module D1/D2/D3. Hier liegt ein Schwerpunkt auf Embryologie und Pädiatrie.

4.5 E-Module

Die Module E1/E2/E3 sind um das Themengebiet Abdomen aufgebaut. Daher kommt der Unterricht verstärkt aus dem Bereich der Inneren Medizin.

4.6 F-Module

Die Module F1/F2/F3 drehen sich um Neurologie und Neuroanatomie.

4.7 G-Module

Die zwei Module G2/G3 beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit der Geriatrie.

4.8 Second Track

Im Wahlpflichtbereich werden pro Semester 2 Wochen in einem von 20 Vertiefungskursen verbracht.

4.9 Praktisches Jahr

Die drei Tertiale können an den Lehrkrankenhäusern der Universität Hamburg, oder im Rahmen der nationalen und internationalen Mobilität an anderen Lehrkrankenhäusern durchgeführt werden.

5 Prüfungen

Die verschiedenen Prüfungen gelten ab dem erreichen von 60% der Punkte als bestanden.

5.1 Modulabschluss

Für jedes Modul gibt es eine Modulabschlussprüfung, welche entweder direkt am Ende des Moduls während der erster Lernspirale oder am Ende des Semesters geschrieben werden kann. Es werden vor allem Multiple-Choice-Klausuren geschrieben. Weiterhin gibt es Short-Answer-Questions, mündliche Prüfungen/Testate, mündlich-praktische Prüfungen (OSCE: objective structured clinical examination), praktische Prüfungen und Hausarbeiten.

5.2 Prüfung Normalfunktion

Nach Vollenden des dritten Semesters kann die Prüfung Normalfunktion abgelegt werden. Sie besteht aus einer mündlich-praktischen und einer mündlichen Prüfung.

5.3 Studienarbeit

Im 10. Semester wird eine Studienarbeit geschrieben. Diese soll eine Literaturrecherche zu einem Thema sein und zur Förderung des wissenschaftlichen Arbeitens dienen.

5.4 Staatsexamen

Das 2. und 3. Staatsexamen erfolgt wie beim Regelstudiengang als Klausur bzw. mündliche Prüfung.

6 Vorteile und Nachteile

Durch die Umstellung auf den Modellstudiengang gab es einige Veränderungen, und dadurch Unterscheidungsmerkmale zu anderen Universitäten.

6.1 Pluspunkte

  • Patientenkontakt ab der ersten Woche
  • Regelmäßiger Unterricht am Krankenbett
  • Verbessertes Verständnis der Inhalte durch übergeordnete Wochenthemen
  • Alle Modulprüfungen sind vor Beginn der Semesterferien fertig.
  • Heranführen an das wissenschaftliche Arbeiten
  • Urlaubssemester für eine Doktorarbeit sind möglich
  • keine schriftliche Physikumsprüfung mit IMPP-Fragen
  • Einflussnahme durch Evaluation und leistungsorientierte Lehrmittelvergabe
  • iMED Textbook als kostenlose Lernressource
  • große, gut organisierte Fachschaft
  • Mentoringprogramm
  • Kommunikationstraining KUMplusKOM
  • Kompetenztrainingscenter MediTreFF
  • Lernzielkatalog für jedes Fach
  • Alle Veranstalltungsräume liegen auf einem Gelände und sind maximal 5 Minuten voneinander entfernt.

6.2 Minuspunkte

  • Ein Studienortswechsel ist aufgrund der Struktur nur schwer möglich.
  • Durch die Verteilung des Stoffes auf verschiedene Module fehlen teilweise Hintergrundinformationen, um ein neues Thema zu verstehen.
  • Durch die große Anzahl der Studenten (ca. 2800) bleibt eine gewissen Anonymität bis zum Studienende
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Fachgebiete: Gesundheitswesen

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