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Lyme-Borreliose

nach der US-amerikanischen Ortschaft Lyme
Synonyme: Lyme-Krankheit, Lyme-Erkrankung
Englisch: Lyme disease, Lyme borreliosis

1 Definition

Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Vektoren übertragene Erkrankung in Europa. Sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi oder verwandte Arten aus der Gruppe der Spirochäten hervorgerufen.

2 Erreger

Erreger der Lyme-Borreliose sind eine Gruppe eng verwandter Arten der Gattung Borrelia, die man in ihrer Gesamtheit als Bbsl-Komplex (Borrelia burgdorferi sensu lato) bezeichnet. Sie kommen weltweit vor. Dazu gehören u.a.:

Es handelt sich um aktiv bewegliche, gramnegative, schraubenförmige Bakterien. Sie sind in der Lage, die Lipoproteine auf ihrer Zelloberfläche - und damit ihr Antigenmuster - von Generation zu Generation zu verändern. Auf die Weise können sie von spezifischen Antikörpern schlecht erkannt werden (Immunevasion) und im Körper überdauern. Als Erregerreservoir dienen Tiere, vor allem Wildtiere.

3 Übertragung

Übertragen wird die Lyme-Borreliose in erster Linie durch Zecken (Ixodes ricinus), die in die Haut ihres Wirts stechen. In deutlich geringerem Umfang können Stechmücken und Pferdebremsen als Vektoren für Borrelien dienen.

4 Symptomatik

Der Verlauf der multisystemischen Lyme-Borreliose wird in drei Stadien eingeteilt. Diese Einteilung beinhaltet einen Übergang von einem anfangs eher lokalen Geschehen zu einer mehr systemischen Beteiligung.

Diese Stadieneinteilung stellt einen "idealisierten" Verlauf dar. Die lokale Borrelieninfektion (Stadium I) kann im Einzelfall auch asymptomatisch verlaufen.

Die sogenannte Neuroborreliose ist (mit ca. 50 %) nach dem Erythema (chronicum) migrans die häufigste Manifestationsform einer Borrelieninfektion in Europa.

5 Diagnostik

Die Diagnose "Lyme-Borreliose" wird durch den serologischen Nachweis von Antikörpern gestellt. Die IgM-Antikörper sind jedoch erst ab der 3. Woche positiv. Deshalb erfolgt in der Regel eine Wiederholung der Untersuchung nach 3-4 Wochen. Der IgG-Antikörperanstieg findet nur langsam statt und der Antikörperklassenwechsel kann auch manchmal ausbleiben. Die IgM- Antikörper sind noch lange Zeit nach der Erkrankung nachweisbar. Gelegentlich ist auch ein kultureller Nachweis in Biopsiematerial oder durch PCR möglich.

Neben der Standarddiagnostik werden vereinzelt weitere Verfahren, wie der Lymphozytentransformationstest (LTT) oder der CD57-Test eingesetzt. Die Aussagekraft dieser Labortests im Hinblick auf das Vorliegen einer chronischen Borreliose ist umstritten. Seit 2009 ist der LTT zur Borreliose-Diagnostik kein Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung mehr. Neue Möglichkeiten der Diagnostik liefert die Bestimmung des Biomarkers CXCL13 im Liquor, welcher als hoch-sensitiv gilt.

6 Therapie

Die frühzeitige Entfernung (innerhalb von 24 Stunden) der Zecken schützt in der Regel vor einer Infektion. Bei Verdacht auf eine Borrelieninfektion ist die Gabe von Antibiotika notwendig, um die Erreger rechtzeitig zu eliminieren.

  • Stadium I: Doxycyclin (z.B. Vibramycin® 2 x 100 mg) oder Amoxicillin (3 x 1000 mg) für über 14 Tage.
  • Stadium II und III: hochdosiert Penicillin G (3 x 5 Mega/d) oder Ceftriaxon (z.B. Rocephin® 1 x 2g/d) über 14 Tage.

7 Quellen & Links

Gast
In der Schweiz wurde ich mit Ceftriaxon über 6 Wochen mit der max. Dossierung intravenös wegen der neuroborreliose behandelt. 2 Wochen reichten nicht...
#1 am 24.09.2012 von Gast

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