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Foramen-mentale-Anästhesie (Pferd)

Synonym: Foramen-mentale-Block

1 Definition

Als Foramen-mentale-Anästhesie bezeichnet man eine spezielle Form der Leitungsanästhesie am Kopf des Pferdes, die hauptsächlich im Rahmen zahnmedizinischer Maßnahmen eingesetzt wird.

2 Hintergrund

Leitungsanästhesien dienen dazu, einen bestimmten Nerv durch die gezielte Injektion eines Lokalanästhetikums (z.B. Lidocain) zu desensibilisieren. Nach der perineuralen Infiltration wird die Reizleitung des Nervs unterbunden, weshalb das distal der Punktion liegende Versorgungsgebiet anästhesiert ist.

3 Anatomie

Der Unterkieferkörper (Corpus mandibulae) ist in Längsrichtung vom sogenannten Unterkieferkanal (Canalis mandibulae) durchbohrt. Dieser Kanal beginnt mit dem Foramen mandibulae an der medialen Fläche des Unterkieferastes und endet mit dem Foramen mentale. Er enthält den Nervus alveolaris inferior.

Das Foramen mentale liegt lateral am Corpus mandibulae im Grenzbereich zwischen der Pars incisiva und Pars molaris des Unterkiefers. Aus dem Foramen mentale tritt der gleichnamige Nervus mentalis als Ast des Nervus alveolaris inferior aus. Zur Versorgung der Zähne entsendet der Nervus alveolaris inferior in seinem Verlauf im Unterkieferkanal kleine Rami dentales in Richtung der Zahnwurzeln.

4 Indikation

Das Foramen mentale wird zur Schmerzausschaltung des rostralen Versorgungsgebiets des Nervus alveolaris inferior verwendet. Mithilfe des Nervenblocks lassen sich zahnchirurgische Behandlungen v.a. an den Schneidezähnen (I1 bis I3) und dem Eckzahn (C) am Unterkiefer durchführen.

5 Durchführung

Das Foramen mentale kann gut von außen palpiert werden. Die Punktionsstelle befindet sich am Unterkieferkörper zwischen Hakenzahn und dem zweiten Prämolar (P2 bzw. 306/406).

Das sedierte Pferd wird durch Hilfspersonen am Kopf fixiert. Die Punktionsstelle wird ermittelt, woraufhin anschließend die Injektion erfolgen kann:

  • Um die Haut sowie Schleimhaut der Unterlippen des Kinns zu anästhesieren, müssen ca. 5 ml 2%iges Lidocain an das Foramen mentale appliziert werden.
  • Um die Schneide- und Eckzähne sowie der zweite Prämolar zu anästhesieren, müssen ca. 5 ml. 2%iges Lidocain 4 bis 5 cm tief nach kaudal in das Foramen mentale appliziert werden.
  • Damit neben den Schneide-, Eck- und dem ersten Prämolaren auch der 3. und 4. Prämolar (P3 und P4) desensibilisiert sind, muss etwa 10 Minuten gewartet werden. In dieser Zeit kann das Lokalanästhetikum im Canalis mandibulae nach kaudal diffundieren.

6 Literatur

  • Simon T, Herold I. 2009. Praxisleitfaden der Zahn- und Kiefererkrankungen des Pferdes. 1. Auflage. Stuttgart: Parey in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-4178-6
  • Salomon FV, Geyer H, Uwe G. 2008. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1075-1

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Juli 2021 um 14:10 Uhr bearbeitet.

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