FlexiEssay: Zähneputzen – eine schlechte Gewohnheit?

Dieser Artikel ist keine lexikalische Definition, sondern ein so genannter FlexiEssay. Essays erklären spezielle Fragestellungen in der Medizin. Sie sind im Gegensatz zu anderen Artikeln nur teilweise frei editierbar. Bitte beachten Sie die Hinweise am Seitenende.

1 Probleme der Zahnreinigung

Lange ist es her, dass man überhaupt an das Zähneputzen dachte, wie es heute gehandhabt wird. Seit geraumer Zeit benutzt man Zahnbürsten und eine Putztechnik, die, wie es scheint, aus dem Nebel der Vergangenheit entsprungen ist.

Die moderne Zahnreinigung bedient sich entsprechender Zahnputzmittel, die in einem steten Prozess, der wissenschaftlichen Erkenntnis angepasst und effektiver gestaltet worden sind. Mittlerweile können wir den Markt mit seinen Angeboten kaum noch auf Effizienz und Preis-/Leistungsverhältnis überschauen.

Man muss einen Fachmann zu Rate ziehen, um überhaupt einen Ansatzpunkt für die richtigen Mundhygieneartikel zu bekommen. Ist diese Hürde genommen, wird der wohl wesentlichste Teil, nämlich die Anwendung, oft vernachlässigt, obwohl hier die wirkliche Effizienz ihren Ansatz fände.

2 Zähneputzen - Wie geht es richtig?

Wenn man bedenkt, wer uns das Zähneputzen beigebracht hat und wer wiederum denen, dann ist es nur eine logische Folge, dass in den meisten Fällen von einer Zahnputztechnik kaum die Rede sein kann. Erweitert werden diese historischen Handbewegungen durch das ungebrochene Bemühen der Werbung, ihre Produkte mit einer, so allgemein wie möglich gehaltenen Gebrauchsanweisung zu versehen, die zum Teil durch multimediale Animationen dem Patienten eher das Produkt verkaufen soll, als sie einer realistischen Verbesserung der Zahngesundheit dient. Der pfefferminzige Geschmack übertönt alle gut gemeinten Putzkontrollen.

2.1 Welche Kontrollmöglichkeiten bleiben dem geneigten Anwender?

Der erste störende Effekt liegt in der Routine selbst. Routine bestimmt unseren Alltag und ist ein wichtiges Instrument um diesen zu meistern. Wir würden niemals die Bürgersteigkante vor dem Betreten ausmessen und stolpern trotzdem nicht. Auch suchen wir die Gangschaltung im PKW nicht, wenn wir runterschalten wollen, so, wie wir den Gang nicht suchen müssen um umzuschalten.

Beim Zähneputzen verhält es sich genauso. Alle Utensilien stehen für gewöhnlich immer im Badezimmer am selben Platz. Wir nehmen immer auf die gleiche Art und Weise Bürste und Zahnpastatube zur Hand und beschicken die Borsten immer in der selben Art mit Pasta, benetzen dann den Mund und die Zahnbürste mit Wasser und schon geht es los.

Sobald die ersten Schrubbbewegungen einsetzen, heben wir den Kopf, unser Blick trifft sich mit dem in unserem Spiegelbild, wir blicken tief in uns hinein und die Gedanken wandern sofort vom aktuellen Geschehen weg. Wir denken beispielsweise an Dinge die noch erledigt werden müssen oder an eben Erlebtes, nur nicht ans Zähneputzen.

Nach einer unbestimmten Zeit, von der wir, aus welchem Grund auch immer, denken, dass es drei Minuten seien, spucken wir die schaumigen Reste aus, spülen, schmecken einen erfrischend, minzigen Geschmack und bilden uns fälschlicherweise ein mit der Reinigung der Zähne fertig zu sein.

2.2 Die Routine umprogrammieren

Die beste Möglichkeit dies erfolgreich zu gestalten, ist die Umstellung der Gewohnheiten durch den Kauf einer anderen Zahnbürste. Weg von der gewohnten und immer noch meist gebräuchlichsten Handzahnbürste, hin zur elektrischen Putzhilfe. Der elektrisch bewegte Putzkopf leistet ein vielfaches mehr an mechanischer Leistung und erleichtert obendrein die Reinigung.

Die neueste Errungenschaft im Bereich der elektrisch betriebenen Zahnbürsten ist die - Ultraschallzahnbürste. Mit höchsten Schwingungszahlen, anders, als die lange propagierten Rundkopfbürsten mit dem berühmten 3-D-Effekt, wischt sie die Beläge von den Zähnen ab und erzeugt über die bis zu 32.000 Schwingungen/Minute zusätzlich eine Reinigung im schwer zugänglichen Zahnfleischsaum, der immerhin Ausgangspunkt für alle Zahnfleischerkrankungen ist.

Aber auch diese Bürsten werden mit steigendem Verkaufserfolg von vielen Herstellern kopiert und auf den Markt geworfen um an dem Erfolg teilzuhaben. Vorsicht sei geboten! Nicht jede Kopie erreicht die Originalqualität.

Nimmt man nun eine solche Zahnbürste zur Reinigung, darf sie niemals so benutzt werden, wie eine übliche Handzahnbürste. Im Unterschied zur manuellen Reinigung ist diese Art von Maschinen nahezu nicht zu bewegen, schließlich bewegt sie sich ja selbstständig. Man legt sie mit leichtem Druck an den Zahn an und lässt die Bürste über den Zahn schwingen. Dabei führt man sie langsam vom Zahnhals zur Schneidekante bzw. Kaufläche. Nach ein bis zwei Sekunden Reinigung wechselt man den Zahn. Dieses Prozedur führt man sowohl an der Außenseite sowie an der Innenseite jedes Zahnes durch.

Wenn wir nach der „Führung“ der Bürste über jeden Zahn beim letzten angelangt sind und schließlich nach dem Absetzen auf die Uhr schauen, haben wir in der Regel mehr als drei Minuten Putztätigkeit hinter uns. Auch jetzt haben wir einen minzigen Geschmack im Mund, aber auch eine bessere Kontrolle der Putzleistung, weil wir eine neue Technik erlernt haben und bei jedem Zahn mit unseren Gedanken beim Putzen waren.

Wenn diese Technik unsere Routine wird, braucht sich niemand mehr vor dem Zahnarztbesuch zu fürchten, weil es nichts mehr zu bohren gibt.

3 Hinweise

FlexiEssays geben die persönliche Einschätzung des Autors wieder, die nicht notwendigerweise mit der allgemeinen Lehrmeinung kongruent ist. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt einen eigenen Platz im Flexikon finden.

4 Primärautor

Die Primärversion dieses Artikels stammt von Dr. Rudolf Hanebeck.

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