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Dentalamalgam

1 Definition

Dentalamalgam ist ein Füllungsmaterial aus Quecksilberlegierungen, das für Restaurationen im Seitenzahnbereich (Prämolaren und Molaren) verwendet wird.

2 Vorteile

3 Nachteile

  • Mit Amalgam gefüllte Zähne sind temperaturempfindlich.
  • Zahnbrüche bei älteren Füllungen durch Ausdehnung des Werkstoffs
  • Quecksilberbelastung bei Entfernen der Füllungen
  • Amalgamtätowierungen: Verschleppung von Amalgampartikeln aus schleimhautnahen Füllungsbereichen können die Gingiva oder Mundschleimhaut schwarz verfärben.

4 Zusammensetzung

Amalgame werden aus Legierungspulver verschiedener Metalle (engl. Alloy) wie Silber, Kupfer, Zink, Indium, Zinn und Quecksilber gemischt.

4.1 Konventionelle Amalgame

Konventionelle Amalgame wurden früher verwendet. Da sie eine Gamma-2-Phase enthalten, sind sie nicht korrosionsbeständig. Bei der Abbindereaktion zwischen Quecksilber und Metallpulver entsteht ein Quecksilber-Zinn-Gemisch, das instabil ist und sich bei Kontakt mit Speichel zersetzt. Bei der Korrosion werden Quecksilber und Zinn frei. Die Abbindereaktion lautet wie folgt:

  • 8 Ag3Sn + 33 Hg --> 8 Ag3Hg4 + Sn8Hg

Ag3Hg4 bezeichnet man als Gamma-1-Phase, Sn8Hg als Gamma-2-Phase. Letztere ist korrosionsfreudig und führt zu einer langsamen Ausdehnung der Füllung ("merkuroskopische Expansion") mit Randspaltbildung. Sn8Hg zerfällt in SnO und Hg, so dass Quecksilber im Mund freigesetzt wird.

4.2 Gamma-2-freie Amalgame

Gamma-2-freie Amalgame sind die Nachfolger der konventionellen Amalgame. Sie enthalten ein Cu-Ag-Eutektikum, damit keine Gamma-2-Phase entsteht. Durch ihren hohen Kupfergehalt sind sie korrosionsbeständiger. Auch die mechanische Festigkeit und die Kriechneigung sind verbessert. Man unterscheidet:

  • Silberreiche Amalgame: min. 65% Silber, max. 29% Zinn, max. 15% Kupfer
  • Kupferreiche Amalgame: min. 40% Silber, max. 32% Zinn, max. 30% Kupfer

Da die Gamma-2-freie Amalgame keine netzartige fortschreitende Korrosion in das Innere der Füllung aufweisen, haben die Füllungen einen besseren Randschluss und eine bessere Langzeithaltbarkeit. Durch die Bildung einer Oxidschicht auf der Füllungsoberfläche werden sie passiviert.

Die Amalgame sind in Kapselform für Trituratoren (Anmischgeräte), in Pulverform für Dosier- und Mischgeräte (Amalgatoren) sowie in Tablettenform für spezielle Disperser verfügbar.

5 Kontraindikationen

In Nachbarschaft von Goldinlays oder Goldlegierungen dürfen keine Amalgamfüllungen gelegt werden, da freie Partikel von Quecksilber oder Zinn mit Gold reagieren und zu Korrosion und Verfärbungen führen.

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