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Bakterielle Pneumonie (Katze)

Synonym: bakterielle Lungenentzündung

1 Definition

Die bakterielle Pneumonie der Katze ist eine durch Bakterien hervorgerufene Entzündung der Lunge.

2 Ätiopathogenese

Bakterielle Pneumonien kommen bei Katzen wesentlich seltener vor als bei Hunden. Als Risikofaktoren gelten fortgeschrittenes Alter, vorausgegangene Lungenschädigungen (z.B. Virusinfektionen oder Trauma), lange Seitenlage (z.B. durch Narkose) und Immunsuppression (z.B. durch Diabetes mellitus oder Hyperadrenokortizismus).

Neben der Besiedelung bzw. Inhalation von Keimen aus den oberen Atemwegen kann eine hämatogene Streuung von Infektionserregern aus anderen Organen stattfinden. Am häufigsten werden grampositive (Streptokokken, Staphylokokken) und gramnegative (Pasteurellen, Pseudomonaden, Bordetellen) Erreger nachgewiesen, seltener hingegen anaerobe Keime.

In der Regel handelt es sich bei bakteriellen Pneumonien um eine Sekundärinfektion. Eine Ausnahme ist eine Infektion mit Bordetella bronchiseptica. Dieser Erreger kann insbesondere bei Katzenwelpen schwere Primärerkrankungen verursachen.

3 Klinik

Meist werden unspezifische Symptome wie Apathie und Anorexie beobachtet. Husten tritt wesentlich seltener auf als beim Hund. Tachypnoe und Dyspnoe können vorkommen, jedoch ist bei manchen Patienten die Atmung auch unauffällig. Bei einer Beteiligung der oberen Atemwege bestehen zusätzlich mukopurulenter Augen- und Nasenausfluss.

Fieber kann vorhanden sein, jedoch sind einige Tiere normotherm. Untertemperatur gilt als Hinweis auf eine Sepsis und verschlechtert die Prognose. Bei der Auskultation können ein verschärft vesikuläres oder bronchiales Atemgeräusch oder Rasselgeräusche auftreten.

4 Diagnostik

Zur Diagnosefindung sollten eine Blutuntersuchung, eine Röntgenaufnahme der Lunge und eine Bronchoalveolarlavage (BAL) mit Probenentnahme durchgeführt werden.

Bei der hämatologischen Untersuchung treten häufig eine Leukozytose, Neutrophilie und toxische Veränderungen der neutrophilen Granulozyten auf. Das Vorliegen einer Neutrophilie mit Linksverschiebung weist auf das Vorhandensein einer Sepsis hin. Zusätzlich sollte eine Untersuchung auf Retroviren (Felines Leukämie-Virus, Felines Immundefizienz-Virus) durchgeführt werden.

Radiologische Veränderungen können multifokal auftreten oder nur auf einen einzelnen Lungenlappen beschränkt sein und stark variieren. Häufig ist eine interstitielle bis alveoläre Lungenzeichnung vorhanden. Die Abwesenheit radiologischer Pathologien schließt jedoch eine Pneumonie nicht aus, da Veränderungen oft erst mit Verzögerung (nach etwa 24 bis 48 Stunden) sichtbar sind.

Die Durchführung einer Bronchoalveolarlavage mit Spülung dient unter anderem der Erstellung einer Bakterienkultur. Da die Atemwege der Katze nicht steril sind, ist das alleinige Vorhandensein von Bakterien nicht beweisend für das Vorliegen einer bakteriellen Pneumonie. Ein Indiz ist das Anwachsen einer oder nur weniger verschiedener Keimspezies in großen Mengen. Das Anwachsen einer Mischflora spricht hingegen für eine Besiedelung aus den oberen Atemwegen. Bei Vorliegen einer dominierenden Bakterienspezies sollte unbedingt ein Antibiogramm angefertigt werden.

Bordetellen, Mykoplasmen und Chlamydophila felis werden mittels PCR nachgewiesen. In der Zytologie der BAL-Flüssigkeit können bei Vorliegen einer bakteriellen Pneumonie degenerative neutrophile Granulozyten und unter Umständen intrazelluläre Bakterien vorgefunden werden. Da Mykoplasmen in der Zytologie nicht nachweisbar sind, schließt das Fehlen von intrazellulären Bakterien eine bakterielle Pneumonie jedoch nicht aus.

5 Therapie

Eine antibiotische Therapie sollte anhand der Ergebnisse des Antibiogramms gewählt werden. Die Behandlung ist jedoch unverzüglich empirisch mit einem geeignetem Antibiotikum (z.B. Amoxicillin-Clavulansäure) zu beginnen und sollte gegebenenfalls nach Eintreffen des Ergebnisses geändert werden.

Die weitere Therapie ist symptomatisch (z.B. intravenöse Infusionen, Entzündungshemmer, Sauerstofftherapie bei hypoxämischen Patienten).

6 Quellen

  • Schmidt V, Horzinek MC (Begr.), Lutz H, Kohn B, Forterre F (Hrsg.). 2015. Krankheiten der Katze. 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG. ISBN: 978-3-8304-1242-7.

Diese Seite wurde zuletzt am 11. Oktober 2021 um 12:21 Uhr bearbeitet.

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