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Angeborener Auslösemechanismus (AAM)

1 Definition

Unter dem angeborenen Auslösemechanismus (AAM) versteht man das vermittelnde Element zwischen dem Schlüsselreiz und der Instinktbewegung. Es handelt sich dabei gewissermaßen um einen Regulationsmechanismus, der entscheidet, ob ein wahrgenommener Schlüsselreiz relevant genug ist, um eine Instinktreaktion auszulösen.

2 Einteilung

Der Begriff angeborener Auslösemechanismus stellt eine Sammelbezeichnung für alle Elemente des Zentralen Nervensystems dar, die eine Filterfunktion in Bezug auf hereinkommende Reize und der Umsetzung in ein Instinktmuster haben. Allerdings sind auch diese Mechanismen nicht das gesamte Leben statisch, sondern unterliegen ebenso wie die Schlüsselreize Lernprozessen und Gewöhnungsphasen. Auf dieser Grundlage unterscheidet man:

  • erworbene Auslösemechanismen (EAM): Es existieren zahlreiche erworbene Auslösemechanismen, bei denen der dargebotene Reiz und das darauf folgende Instinktverhalten genauso eng gekoppelt sind wie beim klassischen angeborenen Auslösemechanismus.
  • durch Erlernen veränderter angeborener Auslösemechanismus (EAAM): Bildung einer unlöschbaren Verhaltenseinheit zwischen angeborenen und erlernten Verhaltensweisen

3 Neurophysiologische Grundlagen

Bei dem Prinzip des angeborenen Auslösemechanismus handelt es sich schlussendlich um ein reines Gedankenmodell, dass bei der Beobachtung von dargebotenem Reiz und daraus resultierender Instinktreaktion entstand. Eine anatomische, neurophysiologische oder gar molekularbiologische Einordnung dieses AAM wurde nicht vorgenommen bzw. stand zunächst nicht zur Debatte. Entsprechend schwierig ist es, eine solche Lokalisation auf medizinischer Ebene durchzuführen. Ein neurophysiologisches Korrelat ist bisher nur in Ansätzen gelungen und dürfte auch – je nach Reizmuster – vollkommen verschiedene neuronale Wege in Anspruch nehmen.

So ist zwar beispielsweise anatomisch und neurophysiologisch zweifellos geklärt, wie eine optische Reizsituation mit anschließender motorischer Reflexhandlung von statten geht (Retina, Nervus opticus, Tractus opticus, Occipitallappen, präfrontaler Kortex). Wo genau hier allerdings der AAM einzuordnen ist, ist nicht zu benennen. Somit kann der angeborene Auslösemechanismus mehr als naturphilosophische, erkenntnistheoretische und weniger als naturwissenschaftliche Konstruktion im engeren Sinn angesehen werden.

4 Zusammenhang zwischen Schlüsselreiz und AAM

  • das Erkennen eines Schlüsselreizes und die daraus resultierende Reflex- bzw. Instinkthandlung ist angeboren (Bsp.: Küken können von Geburt an erkennen, wann sie gefüttert werden)
  • die auf einen Schlüsselreiz folgende Reaktion ist immer gleich (Zuordnung des Schlüsselreizes zu einer bestimmten Reaktion durch den AAM)
  • der AAM ist unerlässlich für das Ausführen einer Reaktion auf einen Schlüsselreiz

5 Beispiele für den AAM

  • Menschen empfinden kleine und gedrungene Individuen in der Regel als niedlich und sie verspüren einen Beschützerinstinkt (Kindchenschema)
  • die orange Farbe der geöffneten Schnäbel der Jungen veranlasst Vögel zum Füttern

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