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Acuariose (Geflügel)

Synonym: Acuaria-Infektion

1 Definition

Als Acuiariose bezeichnet man eine parasitäre Erkrankung beim Geflügel mit speziellen Nematoden-Arten.

2 Ätiologie

Acuaria hamulosa, auch Cheilospirura hamulosa genannt, ist ein Parasit aus der Unterordnung der Spirurina. Der Nematode weist eine von zwei Lippen begrenzte Mundöffnung und am Vorderende vier nach kaudal ziehende Kordons auf, die wieder nach vorne umbiegen. Die Männchen sind zwischen 9 und 14 mm lang und haben ein spiralig eingerolltes Hinterende sowie ungleich lange Spicula (0,18 bis 0,23 und 1,8 bis 2,2 mm). Die Weibchen hingegen sind mit 16 bis 25 mm deutlich länger.

Die Eier sind 45 x 25 µm groß, dickschalig, haben eine glatte Oberfläche und sind embryoniert.

3 Epidemiologie

Acuaria hamulosa parasitiert im Muskelmagen von Hühnern und anderen Hühnervögeln und ist weltweit verbreitet. Klinische Manifestationen sind vorwiegend in tropischen Ländern bei Hühnern in Auslaufhaltung und gelegentlich auch in Käfighaltungen vorzufinden.

Acuaria spiralis hingegen lebt im Ösophagus, Kropf und Drüsenmagen von Hühnervögeln und Tauben.

4 Pathogenese

Die Parasiten überwintern in Zwischenwirten wie z.B. Heuschrecken, Tausenfüßern und anderen Insektenarten. Die Infektion erfolgt durch die perorale Aufnahme infizierter Zwischenwirte.

Die Parasiten siedeln sich danach bevorzugt im Muskelmagen an. Sie dringen in die Keratinoidschicht oder in die Muskelwand des Magens ein und führen zu unterschiedlichen lokalen Entzündungsreaktionen. Es kommt zur Bildung von multiplen Knötchen sowie Granulomen.

5 Klinik

Betroffene Tiere leiden an zunehmender Inappetenz, Mattigkeit, Abmagerung und Anämie. Schwere Krankheitsverläufe mit wirtschaftlichen Auswirkungen werden jedoch nur selten beobachtet.

6 Diagnose

Die Diagnose wird durch den direkten Erregernachweis mittels Koproskopie oder im Rahmen der Sektion gesichert. Die adulten Parasiten werden nach dem Abziehen der Keratinoidschicht des Muskelmagens deutlich sichtbar.

7 Zoonotische Bedeutung

Acuaria spiralis kann als Zoonoseerreger auch selten den Menschen befallen und zu Knotenbildung (z.B. in der Bindehaut) führen.

8 Quellen

  • Ebrahimi M, Rouhani S, Mobedi I, Rostami A, Khazan H, Ahoo MB. Prevalence and Morphological Characterization of Cheilospirura hamulosa, Diesing, 1861 (Nematoda: Acuarioidea), from Partridges in Iran. J Parasitol Res. 2015;2015:569340. doi:10.1155/2015/569340

9 Literatur

  • Boch J, Supperer R (Begr.), Schnieder T (Hrsg.). 2005. Veterinärmedizinische Parasitologie. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-4135-9
  • Eckert J, Friedhoff KT, Zahner H, Deplazes P. 2008. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1072-0

Diese Seite wurde zuletzt am 23. September 2021 um 12:05 Uhr bearbeitet.

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