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Rücken

aus DocCheck Flexikon, dem Medizinlexikon zum Mitmachen

Synonym: Dorsum (lateinisch)
Englisch: back, human back

1 Definition

Als Rücken wird die hintere Fläche des Oberkörpers bezeichnet, welche hauptsächlich durch die Wirbelsäule, die Rippen und die Rückenmuskulatur gebildet wird.

2 Anatomie

Der Rücken wird kranial vom unteren Rand des Nackens, seitlich durch den Rand des Musculus trapezius, die Ausdehnung des Schulterblatts und die Lendengegend und kaudal durch die Spitze des Steißbeins, die Gesäßmuskulatur und den Darmbeinkamm begrenzt.

2.1 Skelettstruktur des Rückens

Die Skelettstrukturen des Rückens beziehen sich in erster Linie auf die Wirbelsäule und die Rippen. Die Wirbelsäule des Rückens besteht aus 12 Brustwirbeln (Th1-Th12) in einer Kyphose, 5 Lendenwirbeln (L1-L5) in einer Lordose, dem Kreuzbein, welches aus 5 miteinander verschmolzenen Wirbeln (S1-S5) besteht und dem Steißbein, welches aus 3-5 miteinander verschmolzenen Wirbeln (Co1-Co3/4/5) besteht. An den zwölf Brustwirbelkörpern entspringen die Rippen, welche wiederum den Brustkorb bilden.

2.2 Muskulatur des Rückens

Die Rückenmuskulatur kann in eine autochthone ("ursprüngliche") und eine "eingewanderte", sekundäre Rückenmuskulatur eingeteilt werden:

2.2.1 Autochthone Rückenmuskulatur

Die autochthone Rückenmuskulatur hat sich entwicklungsgeschichtlich dort entwickelt, wo sie beim Menschen liegt. Sie wird dementsprechend von dorsalen Ästen der Spinalnerven innerviert. Sie wird von der Fascia thoracolumbalis umschlossen.

Ein tiefes Blatt der autochthonen Rückenmuskulatur trennt sie von der ventro-lateralen Leibeswand. Dieses Blatt bildet die Aponeurosis lumbalis, die dem Musculus transversus abdominis und dem Musculus obliquus internus abdominis als Ursprung dient. Das oberflächliche Blatt der autochthonen Rückenmuskulatur ist mit den Processus spinosi der Wirbel verwachsen und an der Crista iliaca befestigt. Es dient außerdem dem Musculus serratus posterior inferior und dem Musculus latissimus dorsi als Ursprung.

Die primäre Aufgabe der autochthonen Rückenmuskulatur ist die Streckung und Aufrechterhaltung der Wirbelsäule. Daher wird sie oft als Musculus erector spinae ("Wirbelsäulenaufrichter") bezeichnet.

2.2.2 Eingewanderte Rückenmuskulatur

Die nicht-autochthone, "eingewanderte" sekundäre Rückenmuskulatur besteht aus entwicklungsgeschichtlich ventralen Muskeln, welche sich jedoch im Laufe der Phylogenese auf die dorsale Seite des Körpers verlagert haben. Die Innervation findet deshalb auch im Gegensatz zur autochthonen Rückenmuskulatur durch ventrale Äste der Spinalnerven statt.

2.3 Topografie

Der Rücken lässt sich in die anatomischen Rückenregionen, die Regiones dorsales einteilen. Sie erleichtern es, die Topographie (Lage) von Strukturen oder pathologischen Veränderungen im Bereich des Rückens genauer zu beschreiben.

 Lateinisch  Deutsch
Regio vertebralis Wirbelsäulenregion
   Pars cervicalis Halswirbelsäulenregion
   Pars thoracalis Brustwirbelsäulenregion
   Pars lumbalis Lendenwirbelsäulenregion
   Pars sacralis Kreuzbeinregion
Regiones paravertebrales Paravertebralregionen
   Regio suprascapularis Oberschulterblattregion
   Regio interscapularis Zwischenschulterblattregion
   Regio scapularis Schulterblattregion
   Regio infrascapularis Unterschulterblattregion
   Regio lumbalis Lendenregion

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