Prostata

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Synonym: Vorsteherdrüse
Englisch: prostate


1 Definition

Die Prostata ist eine exokrine Drüse unterhalb der Harnblase, welche die männliche Harnröhre (Urethra) umschließt. Sie gehört zu den akzessorischen Geschlechtsdrüsen und produziert das Prostatasekret, einen Teil der Samenflüssigkeit.

Bei der Frau gibt es eine Entsprechung der Prostata, die so genannte Paraurethraldrüse (Prostata feminina).

2 Anatomie

2.1 Morphologie

Die Prostata ist etwa kastaniengroß, wiegt rund 20 g und weist einen festen, teils glandulären, teils muskulären Körper auf. Die äußere Form ist annähernd pyramidenförmig, wobei die Basis zur Harnblase, der Apex nach kaudal weist. Die Prostata besteht aus etwa 30-40 tubuloalveolären Einzeldrüsen, deren Ausführungsgänge (Ductus prostatici) rund um den Samenhügel (Colliculus seminalis) in die Pars prostatica der Harnröhre münden.

2.2 Gliederung

Die Prostata lässt sich aus embryologischer und klinisch-pathologischer Sicht in drei Zonen unterteilen, die sich in etwa wie Zwiebelschalen um die zentral verlaufende Harnröhre legen:

  • Periurethrale Mantelzone
  • Innenzone
  • Außenzone

Die periurethrale Mantelzone der Prostata ist die kleinste Zone. Sie umgibt die Harnröhre zwischen dem Colliculus seminalis und dem Harnblasenhals und stellt etwa 5-10% der Prostatamasse. Aufgrund der engen anatomischen Beziehung zur Harnröhre kann eine Vergrößerung des Drüsengewebes in diesem Bereich schnell zu Blasenentleerungsstörungen führen. In der trichterförmigen Innenzone, die etwa 20-25% der Drüsen enthält, verläuft der Spritzkanal (Ductus ejaculatorius). Die Außenzone bildet mit etwa 70% der Organmasse den Hauptteil der Prostata und umschließt den Rest des Organs.

2.3 Versorgung

Die arterielle Versorgung der Prostata wird durch Äste der Arteria vesicalis inferior und der Arteria rectalis media (beides Äste der Arteria iliaca interna) sichergestellt. Der venöse Abfluss erfolgt über den Plexus venosus prostaticus zur Vena iliaca interna.

Die vegetative Innervation zieht mit den Nervi cavernosi penis zur Prostata und tritt mit den versorgenden Arterien in das Organ ein. Sie erfolgt durch sympathische Nervenfasern aus dem Plexus hypogastricus inferior und parasympathische Fasern aus den Rückenmarkssegmenten S2 bis S5. Sie verlaufen als Nervi splanchnici pelvici ebenfalls zum Plexus hypogastricus inferior. Die parasympathischen Fasern stimulieren die Drüsentätigkeit, die sympathischen Fasern die Kontraktion der glatten Muskulatur.

2.4 Topografie

Die Prostata liegt subperitoneal dem Diaphragma urogenitale auf und umschließt die Urethra unmittelbar nach ihrem Austritt aus der Harnblase. Die Prostata grenzt dabei an folgende Strukturen:

2.5 Embryologie

Das Drüsenepithel der Prostata entstammt dem Sinus urogenitalis.

3 Klinik

Die Erkrankungen der Prostata sind dem Fachgebiet Urologie zugeordnet. Zu ihnen zählen zum Beispiel:

Da die Außenzone mit ihrer Hauptmasse im dorsalen Teil des Organs liegt, kann die digital-rektale Untersuchung der Prostata mit geringem Aufwand bereits wertvolle diagnostische Informationen liefern (Induration, Dolenz).

Da die Prostata von parasympathischen Nerven des Sakralmarks durchzogen wird, die auch die Erektion steuern, kommt es nach Prostataoperationen häufig zu Erektionsstörungen.

Autoren: http://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Prostata&action=history

Quelle: http://flexikon.doccheck.com/de/Prostata

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