HPV-Impfstoff
Handelsnamen: Gardasil®, Cervarix®
Englisch: HPV vaccine
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
HPV-Impfstoffe sind Impfstoffe gegen humanpathogene Papillomviren (HPV).
2 Herstellung [bearbeiten]
HPV-Impfstoffe werden nicht in Zellkulturen hergestellt, da sich die Viren in ihnen nur sehr schlecht vermehren lassen. Stattdessen werden mit Hilfe gentechnisch modifizierter Hefe- oder Insektenzellen so genannte "virus-like particles" (VLP) produziert. Sie bestehen aus nukleinsäurefreien, nicht-infektiösen Virushüllen.
3 Einteilung [bearbeiten]
Je nachdem, gegen wie viele Typen des Papillomvirus die Impfung immunisiert, unterscheidet man bei den HPV-Impfstoffen:
- bivalente Impfstoffe: Immunisieren gegen 2 Virustypen (HPV 16 und 18)
- tetravalente Impfstoffe: Immunisieren gegen 4 Virustypen (HPV 6, 11, 16 und 18)
4 Geschichte [bearbeiten]
Die Entwicklung von HPV-Impfstoffen begann Mitte der 90er Jahre. Der erste tetravalente Impfstoff wurde 2006 in Mexiko zugelassen. Wenig später erfolgte die Zulassung in den USA und in Europa.
5 Indikation [bearbeiten]
HPV-Impfstoffe werden jüngeren Frauen - idealerweise vor der Aufnahme von Sexualkontakten - zur Prophylaxe des Zervixkarzinoms verabreicht. HPV 16 und HPV 18 sind die am häufigsten mit dem Zervixkarzinom assoziierten Virustypen. Der tetravalente Impfstoff mit den HPV-Typen 6 und 11 bieten einen zusätzlichen Schutz gegen Condylomata acuminata.
Die Ständige Impfkomission (STIKO) in Deutschland empfiehlt die Impfung von Mädchen bzw. jungen Frauen im Alter von 12-17 Jahren.
6 Anwendung [bearbeiten]
Um eine vollständige Immunisation zu erzielen, werden HPV-Impfstoffe nach folgendem Schema durch dreimalige intramuskuläre Gabe verabreicht:
- Zeitpunkt 1: Erste Gabe
- Zeitpunkt 2: Zweite Gabe - nach 4 Wochen
- Zeipunkt 3: Dritte Gabe - nach 6 Monaten
Eine einzelne Impfdosis besteht aus 0,5 ml Flüssigkeit, die zwischen 20 und 40 µg der jeweiligen Viruspartikel als Antigen enthalten.
7 Wirkung [bearbeiten]
In klinischen Studien konnten durch HPV-Impfstoffe eine IgG-Serokonversion von 99-100% erzielt werden, d.h. nahezu alle geimpften Frauen bildeten Antikörper gegen HPV. Die Antikörpertiter waren 80 bis 100fach höher als nach einer natürlichen Infektion. Die Dauer des Impfschutzes wird mit etwa 5 Jahren angegeben.
In Langzeitstudien über 3 Jahre (FUTURE I, FUTURE II), in die insgesamt mehr als 17.000 Frauen eingeschlossen waren, zeigte sich bei den geimpften Frauen eine Reduktion anogenitaler Erkrankungen. Ob die Impfung tatsächlich zu einer Reduktion von Zervixkarzinomen führt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eindeutig belegt, da die Impfung noch nicht lange genug verfügbar ist. Langfristig wird jedoch mit einer Senkung der Inzidenz von Zervixkarzinomen und seiner Vorstufen (CIN) gerechnet.
8 Nebenwirkungen [bearbeiten]
Wie bei allen anderen Impfstoffen kann es auch durch HPV-Impfstoffe zu Nebenwirkungen kommen. Am häufigsten werden hier Lokalreaktion an der Einstichstelle (Rötung, Schwellung) und Kopfschmerzen genannt. In seltenen Fällen kann es zu schweren Nebenwirkungen wie Fazialislähmung, Guillain-Barré-Syndrom oder Krampfanfällen kommen (1). Vereinzelt wurden Todesfälle in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung beschrieben, wobei in diesen Fällen der Kausalzusammenhang nicht eindeutig verifiziert werden konnte.
9 Quellen [bearbeiten]
10 Weblinks [bearbeiten]
Tags: Feigwarzen, Impfung, Zervixkarzinom
Fachgebiete: Gynäkologie, Immunologie
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