Captopril-Test
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1 Definition [bearbeiten]
Der Captopril-Test ist ein diagnostisches Verfahren zur Abklärung eines Hyperaldosteronismus bzw. der renalen Hypertonie.
2 Prinzip [bearbeiten]
Captopril hemmt das Angiotensin-Converting-Enzyme und blockiert die Entstehung von Angiotensin II. Damit wird einer der Hauptstimulatoren der Aldosteron-Synthese nicht mehr gebildet und der Aldosteron-Spiegel sinkt ab. Bei autonomer Aldosteron-Sekretion bleibt dieser Konzentrationsabfall aus.
3 Indikationen [bearbeiten]
Mögliche Indikationen für die Durchführung eines Captropril-Tests sind:
- Verdacht auf primären Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom)
- Abgrenzung des primären Hyperaldosteronismus von der essentiellen Hypertonie
- Verdacht auf renovaskuläre Hypertonie
4 Kontraindikationen [bearbeiten]
Vor der Durchführung eines Captropril-Tests sind Kontraindikationen zu prüfen:
- ACE-Hemmer-Unverträglichkeit
- Kontraindikationen für ACE-Hemmer wie z.B.
- Angioödem in der Anamnese
- Nierenarterienstenose (beidseitig)
- Zustand nach Nierentransplantation
- Hämodynamisch relevante Aorten- oder Mitralklappenstenose
5 Durchführung [bearbeiten]
Dem liegenden Patienten werden 25 mg Captopril oral gegeben. Anschließend erfolgt die Blutdruckmessung und Blutentnahme und Bestimmung der Aldosteron-Konzentration sowie der Plasmarenin-Aktivität zu den Zeitpunkten 0 und 120 Minuten. Der Test sollte unbedingt im Liegen oder Sitzen ausgeführt werden. Dabei gelten für den Test im Stehen andere Normbereiche.
Bei ambulanten Patienten sollte dem Testbeginn eine Ruhephase von mindestens 90 min vorausgehen. Als Nebenwirkung des Tests kann es zu einer Hypotonie kommen.
6 Bewertung [bearbeiten]
6.1 Normalbefund [bearbeiten]
Als Normalbefund gelten beim liegenden Patienten:
- Aldosteron-Konzentration nach 120 min: < 150 ng/l
- Plasmarenin-Aktivität nach 120 min Anstieg: > 150 % des 0 min-Werts
Ein normgerechte Befund ist zu erheben bei:
- essentieller Hypertonie
- funktionell unwirksamer Nierenarterienstenose
6.2 Erhöhung der PRA [bearbeiten]
Möglich ist eine Konstellation mit betonter Erhöhung der Plasmarenin-Aktivität mit:
- Aldosteron-Konzentration nach 120 min: < 150 ng/l
- Plasmarenin-Aktivität nach 120 min: > 200 % des 0 min-Werts
Diese Befundkonstellation spricht für einen sekundären Hyperaldosteronismus, beispielsweise bei einer Nierenarterienstenose. Bei unilateraler Stenose findet sich der betonte Reninanstieg in mehr als 95 % der Fälle, bei bilateraler Stenose nur in ca. 50 % der Fälle.
6.3 Abfall der PRA, fehlende Aldosteron-Reaktion [bearbeiten]
Findet man einen Abfall der Plasma-Renin-Aktivität bei nahezu unbeeinflusst (hohem) Aldosteron-Spiegel ergibt sich folgende Konstellation:
- Aldosteron-Konzentration nach 120 min: = 100 +/- 20 % des 0 min-Werts
- Plasmarenin-Aktivität nach 120 min: < 50 % des 0 min-Werts
Dies spricht für ein Conn-Syndrom.
6.4 Weitere Hinweise zur Bewertung [bearbeiten]
Bei "seitengetrennter Renin-Bestimmung" wird durch den Captopril-Test die Trennschärfe zwischen essentieller und renovaskulärer Hypertonie verbessert: bei unilateralem renovaskulärem Hochdruck ist die Seitendifferenz mindestens 1,5-fach zugunsten der stenosierten Seite.
Bei einer beidseitigen Nebennierenrindenhyperplasie als Ursache des Hyperaldosteronismus kommt es nach 120 min zu einem mehr oder weniger ausgeprägten Abfall des Aldosteron-Spiegels sowie einem Anstieg der Plasmarenin-Aktivität. Die Aussagekraft des Testergebnisses ist in diesen Fällen jedoch begrenzt.
Siehe auch: Aldosteron-Renin-Quotient
Fachgebiete: Endokrinologie u. Diabetologie, Nephrologie
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