Brucellose
Synonyme: Maltafieber, Morbus Bang
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition
Die Brucellose ist eine septische Erkrankung ausgelöste durch Brucellen, deren Hauptwirte Ziegen, Schafe, Rinder, Schweine und Hunde sind.
2 Erreger
Brucella suis, Brucella abortus Bang und Brucella melitensis sind gramnegative, pleomorphe, strikt aerobe kokkoide Bakterien, die nicht begeißelt sind.
3 Epidemiologie
Die Infektion erfolgt durch Ziegen und Schafe (B. melitensis) , Schweine (B. suis), Rinder (B. abortus) oder Hunde (B. canis). Durch den Genuß von nichtpasteurisierter Milch erfolgt die Übertragung auf Kinder. Infektionen in Deutschland werden meistens aus dem Mittelmeerraum, aus Mexiko oder Südamerika eingeschleppt. Die durchschnittliche Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis drei Wochen.
4 Infektionswege
- Kontaktinfektion in der Landwirschaft: Schleimhäute und Mikroverletzungen der Haut dienen als Eintrittspforte
- Perorale Infektion durch ungekochte/nichtpasteurisierte Milchprodukte erkrankter Tiere
5 Pathogense
Es entwickelt sich eine epitheloidzellige, granulomatöse Entzündung in Lymphknoten, Milz und Leber
6 Symptomatik
Es kommen sowohl subklinische, akute oder chronische Verlaufsformen vor.:
1. inaktive Brucellose (primär latenter Verlauf)
2. Aktive Brucellose:
- akut: weniger als 3 Monate
- subakut: drei bis 12 Monate
- chronisch: mehr als 12 Moante
Die typischen Prodromi sind:
- Müdigkeit
- Abgeschlagenheit
- Gewichtsverlust
- Nachtschweiß
- Arthralgien
- Muskelschmerzen
- Konzentrationsstörungen
Im Anschluss kommt es zu septischen Temperaturen mit undulierendem Fieberverlauf oder einer Fieber Kontinua. Weitere Symptome sind:
- Nasenbluten
- petechiale Einblutungen
- unproduktiver Husten
- Obstipation
- Bauchschmerzen
- Hepatosplenomegalie
- zervikale und axilläre Lymphadenitis
7 Komplikationen
Wenn eine frühzeitige antibiotische Therapie unterbleibt, kommt es häufig zu folgenden Komplikationen:
- eitrige Monarthritis
- Sakroilitis
- Epididymitis
- Orchitis
- interstitielle Nephritis
- Pyelonephritis
- Meningoenzephalitis
- Milzabszess
- Osteomyelitis
Die häufigste Todesursache ist die Endokarditis der Aortenklappe.
8 Diagnostik
- Blutbild: Anämie, Leukozytopenie, Thrombozytopenie, v.a. bei einer Infektion mit B. melitensis
- Erregernachweis durch Blutkulturen oder Lymphknotenmaterial
- Antikörpernachweis im Blut oder durch Liquorpunktion bei Meningitisverdacht
9 Therapie
Da die Erreger interzellulär persistieren ist eine längerfristige antibiotische Therapie erforderlich. Eine Kombinationstherapie reduziert das Rezidivrisiko. Bei Kindern unter neun Jahren wird Cotrimoxazol in Kombination mit Rifampicin über sechs Wochen verabreicht. Ältere Kinder werden mit Rifampicin und Doxycylin therapiert.
10 Prognose
Die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung eine Infektion, ist die Expositionsprophylaxe.
11 Meldepflicht
Die Erkrankung und der Tod an ein Brucellose ist meldepflichtig.
Tags: A23, Brucellen, GK2, Infektionskrankheit
Fachgebiete: Allgemeinmedizin
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