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Summer Break: Keine Edits vom 16. bis 31. August.Geht mal raus zum Baden!
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Geht mal raus zum Baden!
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Summer Break

Liebe Autoren,
Wir sind an den Strand gefahren. Denn auch unsere fleißigen Lektoren brauchen mal eine Pause. Deswegen steht das Flexikon von 16. bis 31. August 2014 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 1. September kann wieder mit voller Kraft ergänzt und geändert werden.

Unser Tipp: Geht auch mal schwimmen. Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr wieder kommt!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Vitrektomie (Pferd)

von lat. vitreus = gläsern, griech. ek = heraus und tome = schneiden

Inhaltsverzeichnis

1 Defnition

Vitrektomie ist der Teilschritt einer Augenoperation, hier werden gezielt Teile des Glaskörpers chirurgisch entfernt.

2 Operation beim Pferd

Die Glaskörperoperation kann beim Pferd nur in Vollnarkose erfolgen. Sollten beiden Augen betroffen sein, sollten etwa 5 Tage zwischen beiden Operationen liegen. Es können nicht beide Augen in einer Operation operiert werden, da dann ein Auge unter dem Druck des schweren Pferdekopfes liegen würde. Bei dem Eingriff wird der Augapfel nach unten rotiert, so dass der Zugang zum Glaskörperraum über die weiße Augenhaut im Bereich der Pars plana möglich wird. Nach der Eröffnung der Bindehaut über die Lederhaut werden mit einem Laser zwei Öffnungen in die Sklera geschossen. Durch die erste Öffnung wird eine Infusionsleitung in das Auge gelegt, damit der Druck im Auge während der OP nicht abfällt und konstant bleibt. Durch die zweite Öffnung wird das Operationsintrument (Vitrektom) in das Auge eingeführt. Das Vitrektom zerschneidet den Glaskörper mitsamt den Entzündungsprodukten und den Bakterien und im weiteren Schritt saugt es die Masse ab. Nach der OP werden die beiden Öffnungen in der Lederhaut und Bindehaut mit einem dünnen resorbierbaren Faden verschlossen. Normalerweise ist das operierte Auge am folgenden Tag schmerzfrei und offen.

2.1 Post-OP

Nach der OP wird die infundierte Flüssigkeit innerhalb von Stunden vom Auge durch Kammerwasser ersetzt, das Glaskörpergerüst kann sich nicht erneut bilden, der Glaskörper ist nur für die Embryonalentwicklung erforderlich, bei ausgewachsenen Individuen erfüllt er keine Aufgabe mehr. Mit dem Glaskörpergerüst entfernt man das "Versteck" der Bakterien. Nach der Operation besteht im mit Kammerwasser gefüllten Glaskörperraum eine bessere Flüssigkeitszirkulation, d.h. die Leptospiren können sich dort nicht erneut ansiedeln. Für die Optik und die Sehfähigkeit spielt es keine größere Rolle, ob sich Glaskörpermaterial oder Kammerwasser im Glaskörperraum befindet.

Nach der Entlassung des Pferdes ca. nach dem 4.-5.Tag nach der OP sollten die Pferde 5 Tage nur kontrolliert im Schritt geführt werden. Danach kann das Pferd wieder im Freilauf bewegt werden und aufbauendes Training kann begonnen werden. Die Pferde sollten ebenfalls eine Augensalbe 2x täglich erhalten.

2.2 Voraussetzung

Grundsätzlich kann man sagen, das Augen, die noch keine Schädigung der Linse und Netzhaut erfahren haben, weitestgehend gerettet werden können, d.h. das Augenlicht kann soweit wie möglich erhalten werden. Sollte die Linse schon stärker in Mitleidenschaft gezogen worden sein, durch Verklebungen zwischen Iris und Linse oder durch eine erhöhte Anzahl an Entzündungsprodukten, die an der Linsenrückfläche anhaften oder durch eine Netzhautablösung, kann es zu Linseneintrübungen kommen. Bei einer Linseneintrübung kann das Pferd auch nach der OP nur noch Hell und Dunkel unterscheiden. Eine flächige Netzhautablösung bedeutet die irreversible Erblindung des Pferdes. Bei stärker geschädigten Augen kann somit die Sehfähigkeit nicht immer erhalten werden, es können aber weitere schmerzhafte Augenentzündungen effektiv verhindert werden.

2.3 Prognose

Man kann sagen, je weniger die Augen geschädigt sind, desto besser ist auch die Prognose das Augenlicht zu erhalten und somit kann man auch ein Rezidiv nicht komplett ausschließen, aber weit über 90% der operierten Pferde ist nach der OP geheilt.

2.4 Komplikationen

Pferde, die lange mit cortisonhaltigen Salben behandelt worden sind und dazu neigen, die Augen zu reiben, kann es zu Hornhautschädigungen kommen. Für eine OP muss die Hornhaut intakt sein.

Das Risiko einer Virusinfektion besteht bei nicht geimpften Pferden. Zum Beispiel Pferdeinfluenza.

Natürlich darf man auch das Narkoserisiko nicht außer Acht lassen. Es können Verletzungen beim Ablegen in die Narkose entstehen, sowie bei Aufstehen. Während der OP kann es zum Atem-oder Herzstillstand kommen.

Weitere Komplikationen können sein

2.5 Kosten

Bei einem normalem Verlauf, bei der Operation einen Augen muss der Besitzer mit ca. 1200 Euro rechnen, bei beiden Augen mit ca. 1800 Euro plus die gesetzliche MwSt.

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