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Tumorwirkungen

1 Definition

Unter dem Begriff Tumorwirkungen können durch maligne Neoplasien verursachte pathologische Veränderungen des Organismus zusammengefasst werden.

2 Allgemeines

Neoplastische Veränderungen können im Organismus vielfältige Wirkungen entfalten. Man grenzt dabei die lokalen Tumorwirkungen von den systemischen Tumorwirkungen ab. Daneben können paraneoplastische Syndrome abgrenzt werden, bei denen es zu Störungen im Organismus kommt, welche zwar im Zusammenhang mit dem Tumor stehen, allerdings nicht durch direkte Invasion oder Metastasen hervorgerufen werden.

3 Lokale Tumorwirkungen

Die lokalen Tumorwirkungen sind primär durch das Wachstum des Tumors an sich bedingt und betreffen seine unmittelbare Umgebung. Dazu gehören die Kompression von benachbarten Organen, die Ulzeration, Fistelbildung und Gefäßarrosion.

Daneben kann es noch zu einer serviettenring-ähnlichen Ummauerung von Hohlorganen sowie zur Stenosierung von Hohlorganen kommen. In der Folge der Stenosierung des Hohlorgans kommt es zu einer prästenotischen Dilatation, zu einem Rückstau von Sekreten und dadurch zu einer Infektion im Stauungsgebiet. Die häufig anzutreffende Stenosierung von Blutgefäßen kann zu einer Thrombose führen.

Die Thrombosierung kann neben der Abgabe gerinnungsaktiver Substanzen durch den Tumor zu lokalen Durchblutungsstörungen führen, welche sich auch auf den Gesamtkreislauf ausbreiten können und damit zu Kreislaufstörungen führen können.

4 Systemische Tumorwirkungen

Organübergreifende Effekte des Tumors werden als systemische Tumorwirkungen bezeichnet.

4.1 Tumorfieber

Absterbendes Gewebe sowie sekundäre Infekte führen im Rahmen einer Tumorerkrankung zu Fieber, dem sogenannten Tumorfieber. Auch Immunphänomene werden als Ursache für das Tumorfieber angeführt.

4.2 Tumoranämie

Die Tumoranämie kann im Rahmen des Wachstums von Tumorzellen (also auch Metastasen) im Knochenmark auftreten. Darüber hinaus kann eine Tumoranämie auch durch den Verbrauch von Bausteinen, welche für die Blutbildung benötigt werden, oder durch die immunologische Zerstörung von Tumorzellen bewirkt werden.

4.3 Tumorkachexie

Neben einer gestörten Nahrungsaufnahme, Nahrungszufuhr und Nahrungsverwertung kann eine katabole Stoffwechsellage zu einer tumorbedingten Kachexie führen. Auch der von den Makrophagen gebildete Tumornekrosefaktor trägt durch sein Eingreifen in den Lipidhaushalt und seine Appetithemmung zur Tumorkachexie und der damit verbundenen Verschlechterung des Ernährungs- und Allgemeinzustandes bei.

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