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Trigeminusneuralgie

Synonym: Tic douloureux
Englisch: trigeminal neuralgia

1 Definition

Die Trigeminusneuralgie ist ein Gesichtsschmerz im Versorgungsbereich des Nervus trigeminus.

2 Ätiologie

Eine Trigeminusneuralgie ist zumeist idiopathisch, kann aber auch symptomatisch, z.B. im Rahmen einer Multiplen Sklerose, bei Hirnstammtumoren oder Syringobulbie auftreten.

Trigeminusneuralgien können spontan entstehen oder durch bestimmte Ereignisse "getriggert" werden. Als Auslöser kommen unter anderem Kälte- oder Wärmereize sowie Berührungen in Frage.

3 Pathogenese

Die Pathogenese der idiopathischen Trigeminusneuralgie ist noch nicht vollständig geklärt. Eine relativ gesicherte Ursache ist die Irritation der Wurzel des Nervus trigeminus im Kleinhirnbrückenwinkel. Bei ca. 70% der Patienten kann ein pathologischer Gefäß-Nerven-Kontakt zwischen dem Nervus trigeminus und der Arteria cerebelli superior (Jannetta-Mechanismus) nachgewiesen werden. Durch Komprimierung des Nervens kommt es zu einer lokalen Demyelinisierung, in deren Folge ektope Impulse an den demyelinisierten Fasern generiert werden. Diese führen zu einer Hyperexzitation und Signalübertragung zwischen demyelinisierten sensiblen und nozizeptiven Fasern.

4 Klinik

Die Patienten berichten über einseitige, plötzlich auftretende, heftigste Schmerzen, die wenige Sekunden anhalten. Sie treten meist im Versorgungsgebiet des II. oder III. Trigeminusastes auf. Die Schmerzen erreichen auf einer Schmerzskala von 1-10 (VAS) in der Selbsteinschätzung durch den Patienten fast immer den höchsten Wert.

Begleitend zu den Schmerzen können sich Teile der Gesichtsmuskulatur zusammenziehen, ferner treten Hautrötung und Augentränen auf.

Bei länger bestehenden Trigeminusneuralgien kommt es in Folge der massiven Schmerzen häufig zu depressiven Verstimmungen, die bis zum Suizid führen können.

5 Differentialdiagnose

6 Therapie

6.1 Medikamentös

Medikamentös werden Trigeminusneuralgien durch Gabe von Carbamazepin (bis 1200 mg/d), Phenytoin (bis 300 mg/d) oder Clonazepam (3 mg/d) behandelt. Unter der Therapie können Nebenwirkungen wie Lethargie, Verwirrtheit und Gangstörungen, sowie ein Gewöhnungseffekt auftreten.

6.2 Blockadetherapie

Die Blockadetherapie umfasst die medikamentöse Ausschaltung des Ganglion gasseri durch Lokalanästhetika oder mittels ganglionärer lokaler Opioidanalgesie (GLOA).

6.3 Chirurgisch

Sollten konservative Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, kommen folgende Maßnahmen in Frage:

7 Prognose

Etwa ⅓ der Patienten haben nur eine Episode im Leben. Bei anderen ist der Verlauf häufig progredient, wobei auch oft Phasen mit spontaner Remission vorkommen.

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