Tretinoin
Synonym: Isotretinoin, Vitamin-A-Säure (VAS)
Englisch: all-trans-retinoic acid (ATRA)
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Tretinoin bzw. Isotretinoin ist ein Arzneistoff, der bei der Therapie der Akne eingesetzt wird. Chemisch gesehen gehört Tretinoin zu den Retinoiden.
2 Wirkmechanismus [bearbeiten]
Isotretinoin stimuliert die Mitoseaktivität der Keratinozyten und hemmt gleichzeitig die Produktion von Keratin. Im Effekt ergibt sich dadurch eine Parakeratose mit Verdünnung der Hornschicht (Stratum corneum).
3 Darreichungsform & Wirkung [bearbeiten]
Der Wirkstoff kann entweder topisch als Salbe oder systemisch als Tablette verabreicht werden.
Bei topischer Applikation wirkt Isotretinoin:
- stark gegen Hyperkeratose
- indirekt gegen bakterielle Besiedelung
- geringfügig gegen Entzündung
Bei systemischer Applikation wirkt Isotretinoin:
- stark gegen Hyperkeratose
- stark gegen Seborrhoe
- indirekt, aber stark gegen bakterielle Besiedelung
- relativ stark gegen Entzündung
4 Anwendung [bearbeiten]
4.1 Topische Anwendung [bearbeiten]
In der Regel wird 1-2 mal täglich Creme mit 0,1% (z.B. Differin®) bis 0,5% (z.B. Isotrex®) Wirkstoff auf betroffene Hautareale aufgetragen. Auch mit anderen Wirkstoffen zur lokalen Therapie der Akne ist Isotretinoin gut geeignet, z.B. in Kombination mit Benzoylperoxid.
4.2 Systemische Anwendung [bearbeiten]
Systemisch in einer Dosis von ca. 0,5-1,0mg/kg/d (z.B. Rocaccutan®) verabreicht ist Isotretinoin das wirksamste Mittel gegen Akne, jedoch nicht ganz unbedenklich. Es sollte nur für eine Dauer von 4-6 Monaten gegeben werden, die Anwendung nur durch einen Hautarzt erfolgen. Es ist teratogen, darf daher auf keinen Fall in der Schwangerschaft eingenommen werden. Weiterhin bestehen unerwünschte Wechselwirkungen mit Tetracyclinen (Gefahr eines Pseudotumor cerebri).
Tags: Akne, Arzneistoff
Fachgebiete: Pharmakologie
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