Tonsillenkarzinom
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1 Allgemeines [bearbeiten]
Der Tonsillenkarzinom (Mandelkrebs) beschreibt eine bösartige (maligne) Neubildung an den Gaumenmandeln. Wie bei allen Krebsarten aus dem Hals-Nasen-Ohrenbereich handelt es sich auch hierbei meistens um Plattenepithelkarzinome. Seltener werden andere Formen wie das Adenokarzinom, das Mukodermoidkarzinom oder maligne Lymphome beobachtet. Tonsillenkarzinome gehören zur Übergruppe der Kopf-Hals-Tumore, genauer gesagt zu den Pharynxkarzinomen. Eine noch genauere Einordnung kategorisiert sie zu den Oropharynxkarzinomen, wozu auch noch das Gaumenkarzinom, sowie das Zungengrundkarzinom gehören.
2 Ursachen [bearbeiten]
Eines der größten Risiken für die Neubildung eines Mandelkarzinoms stellt der Genuss von Tabak dar. Daneben ist ein regelmäßiger Genuss von Alkohol ebenfalls begünstigend für den Ausbruch. 85 % der Menschen, die an einem Oropharynxkarzinom leiden, hatten viel Kontakt zu Tabak und Alkohol. Daneben wurde festgestellt, dass eine Infektion mit dem Humanen Papilloma-Virus (HPV) das Risiko einer derartigen Krebsart ebenfalls signifikant steigert. Im Gegensatz zum Mundbodenkarzinom ist ein Zusammenhang zwischen schlechter Mundhygiene, scheuernden Zahnprothesen und dem Auftreten des Tonsillenkarzinoms nicht belegt.
3 Verbreitung [bearbeiten]
Ca 0,5 – 2 Menschen auf 100.000 erkranken an diesem Typ des Oropharynxkarzinoms. Männer sind dreimal so häufig betroffen wie Frauen. Die meisten Menschen sind bei Diagnose eines Tonsillenkarzinoms zwischen sechzig und siebzig Jahre alt.
4 Symptome [bearbeiten]
- Schluckbeschwerden
- Heiserkeit
- gegebenenfalls Probleme beim Essen
- diffuse Schwellung des Halses
5 Diagnose [bearbeiten]
- Spiegeluntersuchung
- Panendoskopie des Rachenraumes
- Entnahme einer Biopsie
- Sonographie (besondere Betrachtung der cervicalen Lymphknoten)
- Computertomographie
- Magnetresonanztomographie (Suche nach eventuell vorhandenen Metastasen)
- Szintigraphie zum Ausschluss von Tochtergeschwülsten im Skelett
- Blutuntersuchung (oft wenig aussagekräftig bei dieser Krebsart)
6 Klassifikation [bearbeiten]
- T1: Tumor höchstens 2 cm groß
- T2: Tumor zwischen 2 cm und 4 cm
- T3: Tumor größer als 4 cm
- T4: Tumor hat umliegende Strukturen infiltriert (unabhängig von Größe). Diese Strukturen können Halsweichteile, Wange oder z. B. die Zungengrundmuskulatur sein
7 Therapie [bearbeiten]
- Entfernung der Mandeln mit Exzision des umliegenden Gewebes (Sicherheitsabstand)
- Neck-Dissection (Metastasierung fast ausschließlich über den Lymphweg)
- En-bloc-Resektion
- Radiotherapie
- Chemotherapie (v. a. Cistoplatin)
- kombinierte Chemo-Radiotherapie
8 Prognose [bearbeiten]
Die Prognose ist stark abhängig vom Zustand bzw. Stadium, in dem der Tumor gefunden wurde. Ebenfalls ist entscheidend, ob er bereits metastasiert hat. Grob lassen sich folgende Prognosen hinsichtlich der Fünfjahres-Überlebensrate abgeben:
- Stadium 1 : ca. 80 – 90 %
- Stadium 2 : ca. 70 – 75 %
- Stadium 3 : ca. 40 – 70 %
- Stadium 4 : ca. 10 – 35 %
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