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Stumpfes Bauchtrauma

1 Definition

Durch eine stumpfe Gewalteinwirkung werden meist ohne äußerliche Verletzungen die inneren Organe im Abdominalraum stark geschädigt. Hiervon sind insbesondere die Milz, die Leber, die Nieren und das Pankreas betroffen.

2 Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen stumpfer Bauchtraumata gehören Unfälle, die sich im Arbeits- oder Freizeitleben ereignen. Aber auch Verkehrsunfälle und direkte Gewalteinwirkung zählen zu den Ursachen.
So kommt es bspw. durch einen Aufprall entweder zu einer Quetschung der inneren Organe, also einer Kontusion, oder auch einem Zusammenprall dieser Organe mit der Wirbelsäule oder dem Becken. Dadurch werden die Baucheingeweide stark geschädigt. Zusätzliche Knochen- oder Rippenfrakturen können zudem die Milz oder die Leber verletzen. Frakturen im Beckenbereich hingegen gefährden die Harnblase sowie den Ureter. Sobald Magen und Darm betroffen sind, steigt das Risiko für Infektionen, da Bakterien frei in den Bauchraum austreten und dort für Entzündungen sorgen können. Sind Mesenterialgefäße abgerissen, führt dies nicht nur zu lebensgefärhlichen inneren Blutungen, sondern auch zu einer erhöhten Sepsis-Gefahr, da Darmbakterien Anschluss an das Blutsystem erhalten.

3 Symptome

Primär sind Bauchschmerzen das erste Anzeichen für eine Verletzung der inneren Organe, weswegen der Patient oft mit angezogenen Beinen auf dem Rücken liegt. Hier können Übelkeit und Erbrechen Begleiterscheinungen darstellen. Ein zunehmender Bauchumfang sowie Hämatome sollten beobachtet werden, da diese erste Anzeichen für innere Blutungen sein können. Eine Hämaturie kann begleitend auftreten, wobei dies für eine Verletzung der Nieren und Harnwege spricht.
Je nach Schweregrad der Verletzung weisen die Symptome bei einem stumpfen Bauchtrauma weiterhin auf ein Missverhältnis im Blutkreislauf hin. So kann es zu einer Minderdurchblutung der inneren Organe aufgrund von Gefäßverletzungen kommen, was in einem Schock resultiert. Blässe, livide verfärbte Extremitäten, eine Bewusstseinstrübung und Kaltschweiß wären hier primäre Symptome.
Bei einer Diaphragmaruptur, also einem Zwerchfellbruch, leidet der Betroffene an Dyspnoe und Schmerzen im Bereich des Sternums. Zusätzlich ist es möglich, dass der Patient aufgrund von Druckunterschieden ein Völlegefühl verspürt.

4 Diagnose

Während der Anamnese lässt sich meist schon durch den vom Betroffenen geschilderten Unfallhergang der Verdacht auf ein stumpfes Bauchtrauma schöpfen. Bei der klinischen Untersuchung ist meistens ein brettharter Bauch bzw. eine gewisse Abwehrspannung festzustellen. Darmgeräusche sind kaum oder nur vermindert wahrnehmbar. Druckschmerz im linken Oberbauch ist ein Hinweis für eine Verletzung der Milz, im rechten Oberbauch hingegen kann es zu einer Leberruptur gekommen sein. Mit Hilfe des Ultraschalls kann man Auskunft über das Vorhandensein von freier Luft oder Flüssigkeit im Abdomen erhalten. Eine Röntgenaufnahme eignet sich zur Beurteilung von Knochenfrakturen.

5 Therapie

Zunächst muss bei einer Schocksymptomatik mit niedrigem Blutdruck und hohem Puls der Kreislauf durch Volumengabe stabilisiert werden. Intraoperativ wird dann versucht, innere Blutungen zu stillen und die verletzten Organe zu erhalten.

Tags:

Fachgebiete: Viszeralchirurgie

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