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Spondylitis ankylosans

Synonyme: Morbus Bechterew, Bechterew-Strümpell-Marie-Krankheit, Spondylarthritis ankylopoetica, Ankylosierende Spondylitis
Englisch: ankylosing spondylitis

1 Definition

Die Spondylitis ankylosans ist eine chronisch entzündliche, seronegative Systemerkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis. Die bevorzugte Manifestation liegt im Bereich der distalen Wirbelsäule und der Iliosakralgelenke.

siehe auch: Spondylitis

2 Epidemiologie und Ätiologie

Früher wurde gedacht, dass das männliche Geschlecht etwa dreimal häufiger betroffen ist als das weibliche. Tatsächlich ist es aber so, dass Männer und Frauen etwa gleich häufig erkranken, aber die Erkrankung bei Frauen wegen des abgeschwächten Verlaufs seltener diagnostiziert wird.

Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr. Eine eindeutige Ätiologie konnte noch nicht nachgewiesen werden. Die Erkankung ist häufig HLA-B27 assoziiert.

3 Symptomatik

Die Erkrankung hat einen charakteristischen, schubweisen Verlauf. In der Frühphase steht die Schmerzsymptomatik im Vordergrund. Die Patienten klagen insbesondere über nächtliche Kreuzschmerzen. Während des chronischen Verlaufes steifen die Iliosakralgelenke und die Wirbelsäule ein (Ankylose), meist unter Ausbildung einer Kyphose. Aufgrund der fehlenden Seitenmobilität der Wirbelsäule kann eine begleitende Skoliose zu einer ausgeprägten Abweichung der Wirbelsäule aus der Senkrechten führen, da die Kompensationmöglichkeiten durch die Einsteifung fehlen. In späten Stadien kann die Atmung durch schwere Deformitäten beeinträchtigt sein.

Neben den typischen Kreuzschmerzen leiden viele Patienten an extravertebralen Arthritiden und Sehnenschmerzen (Enthesiopathien) z.B. im Bereich der Achillessehne (Achillodynie).

Im Verlauf zeigen sich auch häufig extraartikuläre Symptome. Bei rund ¼ der Patienten kommt es zu einer akuten anterioren Uveitis. Auch eine kardiovaskuläre Beteiligung mit Störungen des Reizleitungssystems (AV-Block) sowie eine Aortitis mit Klappenbeteiligung sind beschrieben. Seltener kommt es zu entzündlicher Beteiligung des Kolons, der Harnröhre (Urethritis) sowie Schädigungen der Lunge.

4 Diagnostik

4.1 Klinik

Neben der typischen Körperhaltung kann die Atemexkursion des Thorax, die mit einem Maßband quantifiziert wird, weitere Aufschlüsse liefern: Bei Bechterew-Patienten beträgt der Unterschied zwischen Inspiration und Expiration meist weniger als 2 cm. Die Beteiligung der Iliosakralgelenke lässt sich durch das Mennell-Zeichen prüfen. Zur Beurteilung der Wirbelsäulenbeweglichkeit können auch das Ott-Zeichen bzw. das Schober-Zeichen herangezogen werden. Klinisch sehr einfach zu prüfen und bei der Spondylitis ankylosans immer pathologisch ist auch der Hinterkopf-Wand-Abstand (HWA).

4.2 Bildgebung

In frühen Stadien ist das Röntgenbild noch unauffällig. Später bilden sich Wirbelkörperspangen (Syndesmophyten). Im Endstadium versteift sich die gesamte Wirbelsäule bambusstabförmig und es kommt zur Blockwirbelbildung. Die kyphotische Fehlstellung führt zum Totalrundrücken.

5 Therapie

Die Spondylitis ankylosans wird zu Beginn medikamentös mit nichtsteroidalen Antiphlogistika und Biologika (TNF-Hemmer) behandelt. TNF-Hemmer beeinflussen die Schmerzen, die Beweglichkeit und vermindern eine Versteifung.

Um die Mobilität möglichst lange zu erhalten, sind physiotherapeutische Behandlungsprogramme indiziert. Aufrichtungsosteotomien sind angezeigt, wenn eine Einsteifung in hochgradiger Fehlstellung vorliegt. Die konsequente Therapie hat eine geradlinigere Wirbelsäule zur Folge, die Gegenarbeit zur Kyphosenbildung bringt allerdings eine Schmerzverstärkung mit sich.

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Fachgebiete: Orthopädie, Rheumatologie

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