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Sinusitis

Synonyme: Nasennebenhöhlenentzündung, Entzündung der Sinus paranasales
Englisch: sinusitis

1 Definition

Eine Sinusitis ist eine akute oder chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen. Sie ist eine häufige Begleiterkrankung einer Rhinitis bzw. Pharyngitis.

Eine ausführliche Darstellung der Definition, Diagnostik und Therapie der Rhinosinusitis liefert das European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyps (EPOS 2012).

2 Einteilung

2.1 ...nach Verlauf

Merke: Die akute Form der Sinusitis und die chronische Form sind zwei getrennte Krankheitsbilder, die nicht ineinander übergehen.

2.2 ...nach Lokalisation

Die Entzündung mehrerer bzw. aller Nasennebenhöhlen wird als Pansinusitis bezeichnet.

2.3 ...nach Ursache

3 Lokalisationsabhängige Beschwerden

Eine Sinusitis betrifft am häufigsten die Kieferhöhlen und die Siebbeinzellen. Seltener sind die Stirnhöhlen und die Keilbeinhöhlen betroffen.

3.1 Entzündung der Siebbeinzellen und der Kieferhöhle

Ein Befall der Kieferhöhle und der Siebbeinzellen äußert sich symptomatisch in Form von Kopfschmerzen in der Umgebung der befallenen Nebenhöhlen, jedoch auch hinter dem Auge und in der Stirnregion. Die Schmerzintensität kann durch Bücken oder Pressen gesteigert werden.

Der Nervus infraorbitalis ist an seinem Austrittspunkt druckschmerzhaft. Die Kieferhöhlenwand schmerzt bei Palpation und Perkussion. Die Nasenatmung ist meist stark behindert.

3.2 Entzündung der Stirnhöhle

Eine Sinusitis der Stirnhöhle führt zu starken Kopfschmerzen über der Stirn und Druckschmerzhaftigkeit der Stirnhöhlenwandung (Klopfempfindlichkeit). Die Kopfschmerzintensität ist durch Bücken und Pressen ebenfalls steigerbar.

3.3 Entzündung der Keilbeinhöhle

Aus dem Befall der Keilbeinhöhlen (Spenoiditis) resultieren typischerweise dumpf pochende Kopfschmerzen, die von der Keilbeinhöhle ausgehend in den Hinterkopf ausstrahlen und durch Bücken und Pressen steigerbar sind ("referred pain").

4 Diagnostik

Im Rahmen der Diagnostik einer Sinusitis sollte vor allem die Unterscheidung zwischen akut und chronisch getroffen werden können, um daraus therapeutische Konsequenzen abzuleiten.

In der Anamnese sind u.a. der Zeitraum der Beschwerden, freie Intervalle zwischen wiederkehrenden Entzündungen und die Art des Kopfschmerzes genau zu erfragen. Andere Formen des Kopfschmerzes (z.B. Migräne, Cluster-Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz, Pseudo-Trigeminusneuralgie) sind differentialdiagnostisch auszuschliessen.

Die klinische Untersuchung besteht hauptsächlich aus der (apparativen) Inspektion der Nase und der Nebenhöhlen, funktionellen Untersuchungen (z.B. Rhinomanometrie und der Zuhilfenahme bildgebender Verfahren.

Veraltete Untersuchungsverfahren sind die okzipitodentale Röntgenaufnahme (gute Kieferhöhlendarstellung) und die okzipitofrontale Röntgenaufnahme (gute Stirnhöhlendarstellung) sowie die Diaphanoskopie.

5 Komplikationen

Durch die Nähe zu verschiedenen Schädelknochen kann es durch Ausbreitung der Entzündung auch zu einer Osteomyelitis kommen. Weitere mögliche Komplikationen sind:

6 Therapie

Die Therapie der Sinusitis ist abhängig von ihrer Ursache und ihrem Verlauf.

6.1 Akute Sinusitis

Eine akute Sinusitis wird primär durch abschwellende Nasentropfen (Naphazolin, Xylometazolin) und topische nasale Steroide (z.B. Mometason) behandelt, um den Sekretabfluss über die Nase zu verbessern.

Der zusätzliche Einsatz von Sekretolytika (z.B. Ambroxol) ist möglich, die Wirksamkeit ist jedoch umstritten. Das gleiche gilt für Mukolytika auf pflanzlicher Basis wie Myrtol, Cineol, Pelargonium und Bromelain.

Nasenspülungen mit isotonen oder hypertonen Lösungen können bei chronischer Sinusitis ein Symptomlinderung bewirken - auf den Verlauf einer akuten Sinusitis scheinen sie keinen Einfluss zu haben.

Bei allergischer Genese können zusätzlich topische oder systemische Antihistaminika gegeben werden.

Antibiotika (z.B. Amoxicillin) sollten bei akuter Sinusitis nur gegeben werden, wenn starke Beschwerden und Fieber vorliegen oder Komplikationen drohen. Ausnahmen gelten für Patienten mit Immundefizienz, chronisch entzündlicher Lungenerkrankung oder anderen besonderen Risikofaktoren.

6.2 Chronische Sinusitis

Die Behandlung der chronischen Sinusitis gleicht in ihren Grundzügen der Therapie der akuten Sinusitis, ist jedoch um operative Verfahren erweitert, wenn die konservative Therapie keinen Erfolg hat.

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