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Rejection Sensitive Dysphoria

Synonym: RSD

1 Definition

Die Rejection sensitive dysphoria, kurz RSD, ist eine Komorbidität der ADHS und bezeichnet eine extreme emotionale Empfindlichkeit gegenüber Kritik und Ablehnung, einhergehend mit starkem emotionalen Leiden.

2 Hintergrund

Die RSD wird durch die Vorstellung des Patienten ausgelöst, dass sie von wichtigen Personen in ihrem Leben zurückgewiesen oder kritisiert wird. Diese Vorstellung muss nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. RSD kann außerdem ausgelöst werden, wenn der Patient seine eigenen Erwartungen an sich selbst nicht erfüllt, oder mit Niederlagen konfrontiert wird.

3 Klinischer Verlauf

Die RSD äußert sich meist in einer Art "Gefühlsabsturz". Dabei kommt es mit der Zeit häufig zu einer Internalisierung, bei der der Patient den Schmerz über längere Zeit immer tiefer "in sich hinein frisst". Wenn die RSD unbehandelt bleibt, kann sich eine Depression manifestieren. Außerdem entwickelt sich bei einigen Patienten aus Angst der Zurückweisung eine Art Sozialphobie. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine normale Angststörung, weshalb Therapieangebote gegen die Ängste meist nicht greifen.

4 Differentialdiagnostik

Im Gegensatz zu einer Depression haben Patienten mit RSD meist kein Gefühl der Gefühllosigkeit oder Leere. Häufig wird es eher wie ein "brodelnder negativer Vulkan" oder das Gefühl "überhaupt keinen festen Boden mehr unter den Füßen zu haben", beschrieben. Die Besonderheit an der RSD ist, dass schon sehr kleine Trigger die Patienten aus der Bahn werfen können. Durch die Grunderkrankung ADHS, stoßen die Patienten sehr oft auf Trigger, die sie in eine Abwärtspirale ziehen, aus der sie oft nicht mehr von selbst hinaus kommen. Sehr häufig kommt es zu Fehldiagnosen, bei denen aufgrund der Symptome von einer bipolaren Störung oder einer Borderline-Störung ausgegangen wird.

5 Therapie

Im Vordergrund steht ein sogenanntes Störungsbild-Teaching. Die meisten Patienten verspüren schon eine starke Besserung durch die Diagnose und eine umfangreiche Aufklärung über ihre Erkrankung. Zusätzlich kann im Rahmen einer Psychotherapie mit inneren Bildern gearbeitet werden. Oft ist jedoch eine Pharmakotherapie unumgänglich. Dabei versucht man im Vorfeld die Grunderkrankung (ADHS) zu behandeln. Ein möglicher Ansatz ist die Gabe von 4 mg Guanfacin in Kombination mit 8 mg Clonidin. Alternativ kann auch ein Therapieversuch mit dem MAO-Hemmer Tranylcypromin erwogen werden. Beide Behandlungsoptionen sollen bei Patienten mit ADHS und RSD gegenüber der klassischen Behandlung mit Stimulanzien überlegen sein.

Fachgebiete: Psychiatrie

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