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Reflexhammer

Englisch: tendon hammer, reflex hammer

1 Definition

Ein Reflexhammer ist ein einfaches Untersuchungsinstrument zur Testung der Muskel- bzw. Sehnenreflexe und der Hautreflexe. In den Hammerstiel oder Hammerkopf können dabei Zusatzinstrumente wie Pinsel oder Nadeln integriert sein, mit denen neben der Untersuchung der Reflexe auch eine Sensibilitätsprüfung durchgeführt werden kann.

2 Einteilung

Reflexhämmer gibt es in sehr vielen verschiedenen Formen, Größen, Farben und Materialien. Neben den klassischen Edelstahlmodellen gibt es Reflexhämmer aus Kunststoffen, Kohlefaser oder Titan. In der Kinderheilkunde werden auch häufig Modelle verwendet, die Spielzeugen ähneln, um dem Reflexhammer sein für Kinder martialisches Aussehen zu nehmen. Man kann nach ihrer typischen Form unter anderem unterscheiden:

  • Reflexhammer nach Buck: Kleiner (ca. 18 cm) und leichter Reflexhammer mit zwei unterschiedlich großen Gummieinsätzen an beiden Enden des Hammerkopfs. Enthält zusätzlich meist Pinsel und Nadel.
  • Reflexhammer nach Trömner: Relativ großer (ca. 24 cm) und schwerer Hammer mit zwei unterschiedlich großen Gummieinsätzen an beiden Enden des Hammerkopfs. Er hat durch seinen Hohlgriff eine hohe Kopflastigkeit.
  • Reflexhammer nach Berliner: Tomahawk-ähnlicher Reflexhammer mit einem sichelförmigen, einseitigen Gummieinsatz.
  • Reflexhammer nach Babinski: Reflexhammer mit elegantem Griff und tellerförmigem Metallkopf, der zirkulär von einem Gummiring umgeben ist. Der Metallkopf kann mit seiner Mitte direkt am Stielende aufsetzen oder über ein Winkelstück angesetzt sein.
  • Reflexhammer nach Dejerine: Einfacher Reflexhammer mit zwei wuchtigen, gleich großen Gummieinsätzen am Hammerkopf.
  • Reflexhammer nach Taylor: Kleiner, leichter Reflexhammer mit durchgehendem, von einem Metallring gefassten Gummikeil als Hammerkopf. Er kann eine soliden oder schlaufenförmigen Handgriff haben.
  • Reflexhammer nach Martin: Ähnlich wie der Buck-Hammer, jedoch mit einem zusätzlichen Gewicht oberhalb des Hammergriffs.

3 Anwendung

Die meisten Reflexhämmer verfügen am Kopf über zwei unterschiedlich große Gummieinsätze. Mit dem dickeren Gummipol werden die Reflexe an den großen Sehnen der Streckmuskulatur ausgelöst (Patellarsehnenreflex, Achillessehnenreflex und Trizepssehnenreflex). Darüber hinaus eignet er sich für die Ableitung von Reflexen, bei denen punktueller Druck schmerzhaft wäre (z.B. Radiusperiostreflex). Den kleineren Gummipol verwendet man für die Sehnen der Beugemuskulatur (z.B. Bizepssehnenreflex). Mit dem spitzen Metalldorn am Hammergriff werden die Hautreflexe ausgelöst.

4 Weblinks

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