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Raucherentwöhnung

1 Definition

Unter dem Begriff Raucherentwöhnung versteht man verschiedene Therapien, die einem Menschen helfen sollen, seinen Nikotinabusus einzustellen.

2 Hintergrund

Da der Nikotinabusus das Leben verkürzt und zu zahlreichen Erkrankungen führen kann, sollte ein Arzt seinen Patienten auf die Möglichkeit einer Raucherentwöhnung hinweisen.

Zu den möglichen Erkrankungen, die durch den Nikotinabusus begünstigt bzw. hervorgerufen werden, gehören u.a. die chronische Bronchitis, das Lungenemphysem, das Bronchialcarcinom, das Blasencarcinom, die KHK und die pAVK.

Die Lebensdauer verkürzt sich durch das Rauchen einer Zigarette um durchschnittlich fünf Minuten.

3 Methoden

3.1 Medikamentöse Methoden

  • Vareniclin: Vareniclin ist ein weiteres Medikament, was die Raucherentwöhnung unterstützen soll. Es wirkt als Partialagonist am Nikotinrezeptor mit einer Aktivität von etwa 50% des Nikotins selbst. Dies führt dazu, dass auch ohne Zigarette geringfügig mehr Dopamin im mesolimbischen Belohnungszentrum ausgeschüttet wird, jedoch weniger als vom eigentlichen Agonisten Nikotin. Da die Nikotinrezeptoren unter Therapie mit Vareniclin bereits zum Teil besetzt sind, führt der Konsum einer Zigarette nicht zum gewöhnten Effekt und die Belohnung fällt schwächer aus.

3.2 Nikotinsubstitution

Eine Nikotinsubstitution kann durch Kaugummis und durch Pflaster erfolgen. Da Nikotinkaugummis zu Schleimhautreizungen im Mund und im Magen führen kann, ist die transdermale Applikation heute Mittel der Wahl. Bei der Anwendung von Pflastern wird das Nikotin kontinuierlich abgegeben, eine Überdosierung ist dabei in der Regel nicht möglich. Eine pAVK im Stadium II bis IV sowie eine symptomatische KHK stellen Kontraindikationen für die Therapie dar.

3.3 Punkt-Schluss-Methode

Bei dieser Methode wird von einen Tag auf den anderen mit dem Rauchen aufgehört. Hypnose und Akupunktur sollen dabei helfen, langfristig auf das Rauchen zu verzichten.

3.4 Verhaltenstherapie

Bei der Verhaltenstherapie steht die Bewusstmachung suchttypischer Verhaltenssituationen durch eine Psychotherapie im Vordergrund. Durch Selbstkontrollverfahren, kognitive Umstrukturierung und Methoden zur Rückfallprophylaxe soll eine langfristige Nikotinkarenz erreicht werden.

3.5 Eklektisches Vorgehen

Hierbei werden verschiedene der o.g. Methoden kombiniert.

4 Komplikationen

Bei Entwöhnung innerhalb eines kurzen Zeitraums ist das Auftreten verschiedener Entzugssymptome möglich. Dazu gehören z.B. eine relative Bradykardie, eine Dysphorie, Angst, Irritiertheit, Ruhelosigkeit, Konzentrationsstörungen und ein verstärkter Appetit.

5 Prognose

Wenn ein Patient sich kurzfristig für eine Raucherentwöhnung entscheidet, ist diese mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% erfolgreich. Langfristig halten 15% der Patienten an der Nikotinkarenz fest. Bei sechs von zehn Patienten kommt es zu einer Gewichtszunahme von durchschnittlich sechs Kilogramm, was von vielen Patienten als belastend empfunden wird.

Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Raucherentwöhnung besteht bei männlichen Patienten, die das 40. Lebensjahr überschritten haben, die verheiratet sind und nur wenige Zigaretten pro Tag konsumieren.

Gast
Genialer Artikel!
#1 am 06.03.2018 von Gast (Nichtmedizinische Berufe)

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