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Proteobacteria

1 Definition

Unter den Proteobacteria versteht man einen der größten und umfangreichsten Stämme der Bakterienwelt. Darunter fallen eine Vielzahl von Krankheitserregern, aber auch zahlreiche Bakterien aus der Gruppe der Stickstofffixierer. Da es sich um Bakterien im reinen Sinn handelt, besitzen auch die Vertreter der Proteobacteria keinen Zellkern – es handelt sich um Prokaryoten. Der Begriff Proteobacteria stammt von dem griechischen Gott Proteus, der angeblich in der Lage war, seine äußere Form nach Belieben zu verändern. Damit spielt der Name auf die sehr große Vielfalt der Phänotypen im Bereich der Proteobacteria an. Es existiert keine morphologische Definition der Proteobacteria, sehr wohl aber eine genetische. Dabei besteht der genotypische Zusammenhang in ähnlichen RNA-Sequenzen.

2 Morphologie

Wie erwähnt besteht die Gruppe der Proteobacteria aus eine beinahe unüberschaubaren Anzahl an verschiedenen morphologischen Variationen, sodass die Eingrenzung als Bakterienfamilie lediglich auf genetischer Ebene erfolgen kann. Dabei ist die Systematik der RNA-Sequenzen ausschlaggebend. Die Zellwände der Proteobacteria bestehen vor allem aus ein- bis wenigschichtigem Murein und Lipopolysacchariden. Das erklärt ihre stets gramnegative Eigenschaft. Einige Bakterienarten besitzen Geißeln zur Fortbewegung, andere wiederum bewegen sich in gleitenden Bewegungen fort.

3 Unterteilung

Die Bakterienfamilie der Proteobacteria wird in fünf Hauptgruppen unterteilt:

3.1 Alphaproteobacteria

  • Ordnung I: Rhodospirillales
  • Familie I: Rhodospirillaceae (nicht Schwefel verarbeitende Purpurbakterien)
  • Familie II: Acetobacteriaceae, Trivialname: Essigsäurebakterien (Essig)
  • Ordnung II: Rickettsiales
  • Ordnung VI: Rhizobiales
  • Familie I: Rhizobiaceae
  • Genus I: Rhizobium
  • Familie II: Bartonellaceae
  • Familie III: Brucellaceae

3.2 Betaproteobacteria

  • Ordnung I: Burkholderiales
  • Ordnung IV: Neisseriales
  • Familie I: Neisseriaceae
  • Genus I: Neisseria
  • Genus IX: Kingella

3.3 Gammaproteobacteria

  • Ordnung I: Chromatiales
  • Familie I: Chromatiaceae (Schwefel-Purpurbakterien)
  • Familie II: Ectothiorhodospiraceae
  • Ordnung II: Xanthomonadales
  • Familie I: Xanthomonadaceae
  • Genus I: Xanthomonas
  • Genus VII. Stenotrophomonas

3.4 Deltaproteobacteria

  • Ordnung I: Desulfovibrionales
  • Familie I: Desulfovibrionaceae
  • Genus: Desulfovibrio
  • Familie VI: Bdellovibrionaceae
  • Genus: Bdellovibrio
  • Ordnung II: Myxococcales (Myxobakterien)

3.5 Epsilonproteobacteria

  • Familie I: Campylobacteraceae
  • Genus Campylobacter
  • Familie II. Helicobacteraceae
  • Genus Helicobacter

Dabei sind diese genannten Gruppen als Klassen anzusehen.

4 Besonderheiten

  • einige bestimmte Untergruppen aus dem Bereich der Proteobacteria (wie zum Beispiel die Rhodospirillaceae, auch Purpurbakterien genannt) haben die besondere Eigenschaft, unter anoxischen Bedingungen anoxygene Photosynthese zu betreiben. Dabei verwenden die Bakterien Schwefel, Schwefelwasserstoff, Wasserstoff oder bestimmte organische Moleküle als Elektronen-Donator. Elementarer Sauerstoff wird bei dieser Reaktion nicht gebildet.
  • eine weiter Untergruppe der Proteobacteria – die Myxobacteria – befinden sich biologisch betrachtet am direkten Übergangspunkt von einzelligen zu mehr- bzw. vielzelligen Lebewesen. Sie sind die bisher einzigen bekannten Vertreter aus dem Feld der Proteobacteria mit dieser Position. Myxobakterien sind in der Lage, mit Hilfe von Sporen vielzellige Fruchtkörper zu bilden, die in Konvergenz zu den Schleimpilzen stehen.

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