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Orthostase-Syndrom

(Weitergeleitet von Orthostatische Hypotonie)

Synonyme: Orthostatische Hypotonie, orthostatische Dysregulation
Englisch: postural hypotension

1 Definition

Das Orthostase-Syndrom ist eine bei Wechsel in die aufrechte Körperlage (Orthostase) auftretende Regulationsstörung des Blutdrucks.

2 Physiologie

Im Normalfall steuert der Organismus dem durch die Orthostase entstehenden Blutdruckabfall mit der Orthostase-Reaktion entgegen. Ein Orthostase-Syndrom entsteht, wenn diese Gegenregulation des Körpers nicht richtig abläuft.

3 Formen

Drei Formen der Regulationsstörung sind zu unterscheiden:

  • Sympathikotone orthostatische Hypotonie: Die sympathische Gegenregulation ist übermäßig stark. Es kommt zu einem Anstieg des diastolischen Blutdrucks und der Herzfrequenz (mindestens 16/min mehr) bei gleichzeitig spiegelbildlich starkem Abfall des systolischen Blutdrucks.
  • Asympathikotone orthostatische Hypotonie: Die sympathische Gegenregulation fällt zu schwach aus. Es kommt bei gleichbleibender oder sogar fallender Herzfrequenz zum verhältnismäßig starken Abfall des systolischen und diastolischen Blutdrucks.
  • Posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom: Eine Hypotonie bleibt aus, jedoch kommt es zu einem verhältnismäßig starken Anstieg der Herzfrequenz (> 130/min).

4 Symptome

Zu den typischen Symptomen des Orthostase-Syndroms gehören:

5 Diagnostik

Zur Objektivierung der Blutdruckschwankungen kann der sehr einfach durchzuführende Schellong-Test oder der Kipptisch-Test durchgeführt werden.

Die asympathikotone Störung ist typisch für neurologische Schädigungen, bei denen der Sympathikus inaktiviert wird (z.B. Sympathikusblockade, traumatische Schädigungen, schwere Polyneuropathie). Die sympathikotone orthostatische Hypotonie tritt typischerweise bei schlanken, jungen Frauen oder Kindern in Wachstumsphasen auf, kann aber prinzipiell jeden betreffen.

6 Therapie

Die sympathikotone orthostatische Hypotonie sollte nach Möglichkeit nicht medikamentös behandelt werden. Alpha-Adrenozeptor-Agonisten sollten höchstens in schwerwiegenden Fällen zum Einsatz kommen.

Hilfreich zur Überwindung der meist morgendlich auftretenden Hypotonie sind kreislaufwirksame Übungen während des Aufstehvorgangs. So kann durch Aktivierung der Unterschenkelmuskulatur im Wadenbereich bereits im Liegen der venöse Rückstrom aktiviert werden. Zwischen Liegen und Aufstehen kann auch eine zweiminütige Sitzphase eingelegt werden.

Ebenfalls wirksam ist der Wechsel in eine kalte Umgebung (Öffnen des Schlafzimmerfensters). Kälte bewirkt eine Vasokonstriktion und steigert ebenfalls den venösen Rückstrom. Ebenfalls häufig hilfreich ist das Trinken von starkem Kaffee (Koffein).

Die asympathikotone Störung sollte je nach zugrundeliegender neurologischer Ursache speziell behandelt werden.

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