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Neuritis nervi optici

Synonyme: Optikusneuritis, Opticusneuritis, Intrabulbärneuritis (s.u.), Retrobulbärneuritis (s.u.)

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Die Neuritis nervi optici, kurz NNO, ist eine Entzündung des Nervus opticus.

2 Epidemiologie

Die Erstmanifestation erfolgt in der Regel zwischen dem 18. und 50. Lebensjahr, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

3 Ätiologie

Der Pathomechanismus der Optikusneuritis ist weitestgehend unbekannt. In vielen Fällen liegt eine autoimmune Genese mit bilaterale Ausprägung in Folge autoimmuner Systemerkrankungen vor. In 20-30% der Erkrankungsfälle stellt die Optikusneuritis eine Erstmanifestation der Multiplen Sklerose dar. Weitere ursächliche Autoimmunerkrankungen sind:

Ein bilateraler Befall kann zudem auftreten im Rahmen von

Unilaterale Ausprägungen entstehen zumeist durch Ausweitung lokaler Entzündungen (Retinitis, Uveitis, Sinusitis) bedingt sein.

4 Einteilung der Optikusneuritis

Gemäß der Lokalisation der Entzündung erfolgt die Differenzierung in

5 Klinik

Leitsymptome der Optikusneuritis sind Sehstörungen (Visusverminderung, in schweren Fällen Erblindung, Zentrozökalskotom) und Schmerzen, die insbesondere bei Blickbewegungen auftreten.

6 Diagnostik

Die Diagnostik der Optikusneuritis umfasst die ophthalmologische als auch die neurologische Begutachtung des Patienten.

Anamnestisch sollten neben der Symptomatik insbesondere die Krankengeschichte, reglemäßig eingenommene Medikamente oder hinweisgebende Symptome auf eine neurologische Grunderkrankung erhoben werden. Eine umfassende Labordiagnostik kann in unklaren Fällen hinweisgebend auf die Grunderkrankung sein.

7 Ophthalmologische Untersuchung

Die ophthalmologische Untersuchung umfasst die Befundung des Visusverlustes und die Palpation des zumeist druckdolenten Augapfels. Der funduskopische Befund ist meist normgerecht, in Fällen eines intrabulbären Prozesses (Papillitis) findet sich ggf. ein Papillenödem.

8 Neurologische Untersuchung

Bei unklarer Genese und Verdacht einer neurologischen Ursache ist neben einer neurologischen Grunduntersuchung eine Lumbalpunktion und Liquordiagnostik indiziert. Bei retrobulbärer Lokalisation sollte zur Quantifizierung der Störung eine Funktionsprüfung des Nervus opticus mittels visuell evozierter kortikaler Potentiale (VECP) erfolgen.

9 Therapie und Prognose

Die Therapie der Opticusneurose erfolgt mittels intravenöser Glukokortikoidgabe (Prednisolon). Ursachenabhängig ist eine zusätzliche antibiotische oder antivirale Therapie erforderlich.

Die Prognose der Optikusneuritis ist in der Regel gut. Meist remittiert sie spontan innerhalb weniger Wochen.

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Dominic Prinz

Student der Humanmedizin

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Dr. med. univ. Sabrina Mörkl schreibt seit dem 28.05.2011 im Flexikon, hat bereits 243 neue Artikel publiziert und 164 Artikeldetails verbessert.

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