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Musiker-Dystonie

Synonyme: fokale Dystonie, Musikerdystonie
Englisch: musician's dystonia

1 Definition

Als Musikerdystonie wird eine fokale Dystonie neurologischen Ursprungs bezeichnet, welche die Handmuskulatur betrifft. Sie tritt ausschließlich bei Musikern auf, wobei insbesondere Pianisten und Geiger betroffen sind.

2 Ätiologie

Die Musikerdystonie beruht auf einer pathologischen Störung des Gehirns. Sie entsteht durch das übermäßige Training hochkomplexer feinmotorischer Bewegungsabläufe der Hand.

3 Pathophysiologie

Die Pathophysiologie der Musiker-Dystonie beruht auf der physiologischen dynamischen Anpassung des Gehirns (Plastizität) an stetig wiederholte Bewegungsabläufe. Diese äußert sich durch eine mittels funktionellem MRT darstellbare Größenzunahme entsprechender motorischer Cortexareale.

Im Falle der Musikerdystonie handelt es sich um eine pathologische Größenzunahme der die Hand repräsentierenden Areale. In deren Folge kommt es zu einem Steuerungs- und Kontrollverlust der Fingermotorik.

3.1 Lokalisation

Bezüglich des konkreten Störungsherdes gibt es verschiedene Theorien. Diskutiert wird eine pathologische Veränderung des primär motorischen Cortex. Hieraus folgert eine Störung des Bewegungsprogrammes mit überschießenden Bewegungen und Krämpfen.

Neuere Forschungen deuten auf eine durch Größenzunhame verursachte Überlappung der Fingerareale im Motorcortex hin. Durch synaptische Verschaltung kommt es bei willkürlicher Fingerkontraktion zu einer unwillkürlichen Mitkontraktion der verschalteten Finger.

4 Klinik

Klinisch äußert sich die Musikerdystonie durch unwillkürliche Fingerkontraktion während des Instrumentalspiels.

5 Therapie

5.1 Medikamentöse Therapie

Medikamentös bietet sich die Möglichkeit der passageren Lähmung der betroffenen Finger mittels Botulinumtoxin.

5.2 Kausale Therapie

Der kausale Therapieansatz beruht auf einer Umschulung des Patienten (Retraining). Durch das Erlernen abgeänderter Bewegungsprogramme kann die Störung langfristig behoben werden.

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