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Moro-Reflex

nach dem deutschen Pädiater Ernst Moro (1874-1951)
Synonym: Umklammerungsreflex

1 Definition

Der Moro-Reflex ist eine primitive reflektorische Schreckreaktion des Neugeborenen (Primitivreflex), die innerhalb der 9. Schwangerschaftswoche entsteht und durch die Ausreifung des zentralen Nervensystem im Säuglingsalter (2.-4. Monat) spontan sistiert. Auslösende Stimuli sind akustische Reize, Lichtreize und Lageveränderungen, die vom Neugeborenen durch eine Streck- und anschließende umklammernde Beugebewegung (Umklammerungsbewegung) der Extremitäten beantwortet werden.

2 Ablauf

Der Moro-Reflex folgt einem typischen Phasenablauf, wobei zunächst der Mund geöffnet, die Arme hochgerissen und die Finger abgespreizt werden (Phase I). Abschließend wird der Mund geschlossen, die Finger durch Faustschluss gebeugt und die Arme vor der Brust zusammengeführt (Phase II).

3 Bedeutung

Der Moro-Reflex dient der Überprüfung der regelrechten kindlichen Entwicklung innerhalb der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchung. Er ist durch Kippen des Säuglings aus der sitzenden Position in Rückenlage auslösbar.

Ist der Moro-Reflex nur einseitig positiv, so kann dies auf eine obere Armplexuslähmung auf der Gegenseite hinweisen.

Eine normabweichende Persistenz nach dem 4. Monat erfordert eine motopädische Behandlung, da sie die psychomotorische Entwicklung des Kindes nachhaltig beeinträchtigt. Als Folgekomplikationen gelten das ADS, das ADHS und das KIDD-Syndrom.

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