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Methylmalonazidurie

Englisch: urinary methylmalonic acid excretion

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Die Methylmalonazidurie ist eine seltene autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung aus der Gruppe der Organazidopathien, die durch eine Anschoppung und vermehrte renale Ausscheidung von Methylmalonsäure charakterisiert ist.

2 Ätiolopathogenese

Der Methylmalonazidurie liegt ein gestörter Abbau von L-Methylmalonyl-CoA zu Grunde. L-Methylmalonyl-CoA ist ein Intermediat des gemeinsamen Abbauweges ungeradzahliger Fettsäuren und verzweigtkettiger Aminosäuren. Unter physiologischen Bedingungen wird es durch Umsetzung zu Succinyl-CoA in den Citratzyklus eingeschleust. Dieser Reaktionsschritt ist im Rahmen der Methylmalonazidurie gestört. Ursächlich ist

In der Folge akkumuliert L-Methylmalonyl-CoA, das alternativ zu Methylmalonsäure umgesetzt wird. Bei Adenosylcobalaminmangel resultiert zusätzlich eine Störung der Methioninsynthase mit Folge einer Anhäufung von Homocystein, das vermehrt über den Urin ausgeschieden wird (Homocystinurie).

3 Klinik

Das klinische Bild der Methylmalonazidurie entspricht einer Intoxikation mit konsekutiven Hemmung von Harnstoffzyklus und Glukoneogenese, in deren Folge es zur Ausprägung einer

Ausprägung, siehe Organazidopathie

Als Langzeitfolge besteht das Risiko einer Niereninsuffizienz.

4 Diagnostik

Die Diagnostik umfasst die Blutgasanalyse, sowie die labordiagnostische Bestimmung von Elektrolyten, Laktat, Pyruvat, Alanin, Glucose und Ammoniak im Blut. Die differentialdiagnostische Abgrenzung gegenüber anderen Organazidopathien beruht auf dem selektiven Nachweis erhöhter Methylmalonsäurespiegel in Blut und Urin.

5 Therapie

Die Behandlung der Methylmalonazidurie besteht in einer proteinarmen Diät, sowie einer Substitution von Carnitin. Bei ursächlicher Cobalaminstoffwechselstörung ist eine zusätzliche Gabe von Vitamin B12 indiziert.

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