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Leishmania brasiliensis

Synonym: Leishmania braziliensis

1 Definition

Leishmania brasiliensis des Leishmanien-Subgenus Viannia ist der am weitesten verbreitete und für die meisten Infektionen verantwortliche Erreger der amerikanischen kutanen Leishmaniose.

2 Hintergrund

Spezielles Merkmal dieser Leishmanienspezies (wie auch anderer Viannia-Erreger, insbesondere Leishmania panamensis) ist eine hämatogene oder lymphogene Disseminierung, die bei nicht systemisch behandelter kutaner Primärinfektion in ca. 5% der Fälle Monate oder Jahre später zum Auftreten einer mukokutanen Leishmaniose im Nasenrachenraum führt.

3 Epidemiologie

Die Endemiegebiete des Erregers sind in Süd- und Mittelamerika inkl. Mexiko gelegen, und zwar (inkl. Nordargentinien) in allen Ländern außer Chile.

4 Übertragung

Leishmania brasiliensis wird durch den Stich von Sandmücken der Gattung Lutzomyia übertragen. In den früheren Urwäldern Süd- und Mittelamerikas sind verschiedene Nagetiere, Beuteltiere (insbesondere Opossums), Edentaten und eine Anzahl anderer bodenbewohnender Kleinsäuger traditionelle Reservoirwirte der durch den Erreger bewirkten zoonotischen Infektionskrankheit. In den letzten Jahrzehnten wurden in peridomestischen waldnahen Gebieten auch vermehrt Hunde als Reservoirwirte für Leishmaniasis braziliensis identifiziert.

5 Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt im Durchschnitt 2-3 Monate, variiert aber zwischen 2 Wochen und 2 Jahren.

6 Klinik

6.1 Kutane Leishmaniose

Bei der kutanen Form expandiert eine Papel im Verlauf mehrerer Wochen zu einer ulzerierenden runden bis ovalen kraterförmigen, bis zu mehrere cm breiten schmerzlosen Läsion. Charakteristisch sind ein niedergedrücktes flaches, zum Teil verkrustetes Kraterinneres und ein erhabener Kraterrand. Bisweilen entwickelt sich die anfängliche Papel auch als nicht-ulzerierender Knoten weiter. Zusätzliche Läsionen, meistens in der Umgebung der Einstichstelle, sind möglich. Die Läsionen heilen häufig - aber nicht immer - von allein ab. Die Selbstheilungsdauer kann bis zu 3 Jahre betragen, häufig heilen die Läsionen jedoch nach 6 Monaten oder schneller aus. Selbstheilung ist nicht mit einer lebenslangen oder langjährigen Immunität gegen den gleichen oder gegen verwandte Erreger verbunden.

6.2 Mukokutane Leishmaniose

Die mukokutane Form präsentiert sich mit Erythemen, Erosionen, weiter Knoten und Granulomen mit späterer Ulzeration im Nasenrachenraum - meist zunächst an den Schleimhäuten der Nase. Weitere Symptome sind eine permanent verstopfte oder laufende Nase mit Nasenbluten. Nach längerer Verlaufsdauer kommt es zur Perforation der Nasenscheidewand. Im letzten Stadium manifestieren sich schwerste Entstellungen im Nasen-, Mund- und Rachenraum sowie an den Lippen. Diese Symptome führen ohne systemische Behandlung besonders unter Mitwirken von Sekundärinfektionen häufig zum Tod.

6.3 Disseminierte kutane Leishmaniose

Aufgrund einer reduzierten zellvermittelten Immunantwort führt in seltenen Fällen eine hämatogene Aussaat der Erreger zu einer disseminierten kutanen Leishmaniose mit pleomorphen Läsionen in mehreren Körperregionen.

6.4 Rezidivierende kutane Leishmaniose

Auch eine südamerikanische Variante der rezidivierenden kutanen Leishmaniose wird in der medizinischen Literatur erwähnt.

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