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Lafora-Krankheit

erstmals 1911 von Gonzalo Rodríguez Lafora (1886–1971) und Bernard Glueck beschrieben
Synonyme: Progressive Myoklonus-Epilepsie Typ 2
Englisch: Lafora disease

1 Definition

Die Lafora-Krankheit, kurz LD, ist eine seltene Erbkrankheit und gehört zur Gruppe der progressiven Myoklonusepilepsien.

2 Ursachen

In 80 Prozent der Fälle liegt die Ursache der autosomal-rezessiv vererbten Krankheit in Mutationen oder Deletionen in den Genen EPM2A und NHLRC1. Das EPM2A-Gen kodiert für Laforin, ein Enzym aus der Gruppe der Phosphatasen. NHLRC1 kodiert für die E3-Ubiquitin-Proteinligase NHLRC1, auch Malin gennant. Bei 20 Prozent der Fälle ist die zugrundeliegende Mutation allerdings noch unbekannt.

3 Prävalenz

Die Prävalenz liegt bei unter 1/1.000.000 in der westlichen Welt. Sie ist erhöht in geographischen Isolaten und in Regionen, in denen Verwandtenehe häufig ist.

4 Symptome

Im Jugendalter manifestiert sich die Krankheit mit generalisierten tonisch-klonischen oder klonisch-tonisch-klonischen Krämpfen, Myoklonien bei Bewegung und in Ruhe, negativem Myoklonus und fokalen okzipitalen Krämpfen mit vorübergehender Blindheit. Es kommt schnell zu einem erheblichen Verfall der kognitiven Leistungen, die Intensität der Krämpfe und Zuckungen nimmt stetig zu.

5 Diagnose

Die Familiengeschichte, das Erkrankungsalter, das EEG-Muster und die Symptomatik können den Verdacht auf die Lafora-Krankheit verstärken. Bestätigt werden kann dieser Verdacht durch eine Hautbiopsie in der Axilla. Dort können Lafora-Körper (Aggregate von Polyglukosanen) in den Zellen der Schweißdrüsengänge nachgewiesen werden. Eine molekulargenetische Untersuchung der betroffenen Gene. Allerdings kann aufgrund der genetischen Heterogenität der LD die Krankheit nicht ausgeschlossen werden, nur weil keine der bisher bekannten Mutationen vorliegt.

6 Therapie

Die Behandlung erfolgt symptomatisch durch die Gabe von Antikonvulsiva und Antimyoklonika. Auch eine psychologische Betreuung wird dringend empfohlen. Patienten sterben bei typischem Verlauf 4-10 Jahre nach Krankheitsbeginn.

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