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Summer Break: Keine Edits vom 16. bis 31. August.Geht mal raus zum Baden!
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Geht mal raus zum Baden!
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Summer Break

Liebe Autoren,
Wir sind an den Strand gefahren. Denn auch unsere fleißigen Lektoren brauchen mal eine Pause. Deswegen steht das Flexikon von 16. bis 31. August 2014 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 1. September kann wieder mit voller Kraft ergänzt und geändert werden.

Unser Tipp: Geht auch mal schwimmen. Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr wieder kommt!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Krim-Kongo-Fieber

Englisch: Crimean-Congo haemorrhagic fever, CCHF

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Das Krim-Kongo-Fieber ist eine Viruserkrankung mit möglichem hämorrhagischen Verlauf, die durch Bunyaviren hervorgerufen wird.

2 Erreger

Das Krim-Kongo-Fieber-Virus gehört zu Nairoviren aus der Familie der Bunyaviren. Das Virus wurde 1956 in Zaire zum ersten Mal aus menschlichem Blut isoliert. Es handelt sich um ein 80-120 nm großes RNA-Virus mit helikalem Kapsid.

3 Verbreitung

Das Krim-Kongo-Fieber kommt in Südosteuropa (Bulgarien, Ungarn, Türkei), in einigen GUS-Staaten, im mittleren Osten (Afghanistan, Syrien, Irak, Iran), sowie in vielen Ländern Asiens und Afrikas vor.

4 Übertragung

Die Übertragung des Virus erfolgt meist durch den Biss von Zecken. Vor allem Hyalomma-Zecken, die als Charakteristikum weiß-braune gebänderte Beine aufweisen, kommen als Vektoren in Betracht. Als Virusreservoir dienen Haus- und Wildtiere, z.B. Kühe, Schafe oder Ziegen.

Das Virus wird von den Zecken mit dem Blut infizierter Tiere in den Verdauungstrakt des Parasiten aufgenommen, wo es einige Zeit überleben kann. Beißt die Zecke einen gesunden Wirt, geht der Virus mit dem Speichel auf diesen über.

Weitere Übertragungswege sind die Schmierinfektion von Mensch zu Mensch oder Tier zu Mensch. Auch die Verbreitung via Tröpfcheninfektion oder die Übertragung durch kontaminierte Instrumente oder Gewebe ist möglich.

5 Symptome

Die Inkubationszeit der Erkrankung ist vom Infektionsweg abhängig. Nach einem Zeckenbiss beträgt sie im Mittel etwa 2-3 Tage mit einem Maximum von 9 Tagen. Bei einer Infektion durch Kontakt mit infiziertem Blut oder Gewebe ist sie etwas länger. Die grippeähnlichen Symptome setzen meist plötzlich ein und sind zu Beginn unspezifisch. Gelegentlich verläuft die Erkrankung auch inapparent. Zu den wichtigsten Symptomen zählen:

5.1 Allgemeinsymptome

5.2 Neurologische Symptome

5.3 Gastrointestinale Symptome

5.4 Ophthalmologische Symptome

5.5 Hämorrhagischer Verlauf

Bei einem wechselnden Teil der Erkrankten kommt es zu einer hämorrhagischen Verlaufsform. Sie beginnt ab dem 3. Krankheitstag mit Petechien im Gesicht und auf der Mund- und Rachenschleimhaut. Ab dem 4. und 5. Krankheitstag treten schwere Hämorrhagien mit ausgedehnten Ekchymosen, Epistaxis, Darmblutungen, Hämatemesis und Hämaturie auf.

Die Blutungen können zu einem Multiorganversagen (Leber, Niere, Lunge) und schließlich zum Tod führen. Die Letalität ist abhängig vom Serotyp des Virus und beträgt bis zu 30 Prozent.

6 Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch direkten oder indirekten Virusnachweis in speziell dafür ausgerichteten Laboreinrichtungen. Spezifische IgG- und IgM-Antikörper gegen das Virus lassen sich mittels ELISA oder EIA ab dem 6. Krankheitstag nachweisen. Für den direkten Virusnachweis steht die PCR zur Verfügung.

7 Therapie

Die Therapie ist primär symptomatisch und auf die Sicherung der Vitalfunktionen ausgerichtet. Sie erfolgt wegen der Ansteckungsgefahr auf einer Isolierstation. In einigen Fällen wurden erfolgreich Virustatika (z.B. Ribavirin) eingesetzt. Der erfolgreiche Einsatz von Immunseren ist bislang nicht eindeutig belegt.

8 Prophylaxe

Eine sichere Schutzimpfung gegen das Krim-Kongo-Fieber ist bislang (2007) nicht verfügbar. In Osteuropa wird eine inaktivierte Vakzine aus Mäusegehirnen in kleinem Umfang angewendet. Bei einem Aufenthalt in Endemiegebieten empfiehlt sich die Verwendung von Repellents (z.B. DEET) und das Tragen geschlossener, heller Kleidung. Nach Aufenthalten im Freien insbesondere in der Nachbarschaft von Tieren sollte der Körper auf Zecken abgesucht werden und diese ggf. sofort entfernt werden (Zeckenentfernung).

9 Weblinks

Fachgebiete: Tropenmedizin

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