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Kleinhirnblutung

1 Definition

Unter einer Kleinhirnblutung versteht man eine infratentorielle intrazerebrale Blutung im Bereich des Kleinhirns.

2 Epidemiologie

Kleinhirnblutungen machen ca. zehn Prozent aller Hirnblutungen aus. Kleinhirninfarkte sind seltener als Kleinhirnblutungen.

3 Ätiologie

Eine hypertensive Krise ist die häufigste Ursache einer Kleinhirnblutung. Ursache einer Blutung kann ebenfalls die Therapie mit Antikoagulanzein (z.B. Marcumar) oder ein Trauma sein.

Angiome und Metastasen im Bereich des Kleinhirns führen ebenfalls häufiger zu Blutungen. Vaskulitiden sind nur selten Ursache einer Kleinhirnblutung.

4 Klinik

Eine Kleinhirnblutung führt zu einem Kleinhirn-Syndrom.


Dieses imponiert durch einen Intentionstremor, eine ipsilaterale Gliedmaßenataxie, eine Dysmetrie, eine zerebelläre Dysarthrie, eine ipsilaterale Muskelhypotonie, eine Abschwächung der Reflexe, durch Augenbewegungsstörungen sowie zu einer Rumpfataxie, wenn paravermale und vermale Anteile des Kleinhirns geschädigt wurden.

Wenn die Blutung ausgeprägter ist, sind Störungen des Bewusstseins und eine Kompression des Hirnstammes möglich.

5 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte an eine Basilaristhrombose, an eine Neuronitis vestibularis, einen Hirnstamminfarkt sowie an eine Zerebellitis gedacht werden.

6 Diagnosik

Bei Verdacht auf eine Kleinhirnblutung sollte eine CCT angefertigt werden. Eine Magnetresonanztomographie sowie eine Angiographie sollten angeordnet werden, wenn der Verdacht besteht, dass eine Gefäßmissbildung oder Metastasen Ursache der Blutung sind.

7 Therapie

Wenn der Durchmesser der Blutung kleiner als drei Zentimeter ist und keine Hirnstammkompression und kein Liquoraufstau vorliegen, wird die Kleinhirnblutung konservativ behandelt.

Dabei sollte der Patient auf einer Stroke-Unit oder einer Intensivstation am Monitor bei Oberkörperhochlagerung und ausreichender Oxygenierung überwacht werden. Wichtig ist die Senkung des Blutdrucks auf systolische Werte, die kleiner als 180mmHg sind. Die Behandlung von Gerinnungsstörungen ist obligat (z.B. mit PPSB).

Bei größeren Blutungen sowie bei Bewusstseinseintrübungen ist eine Operation indiziert. Dabei erfolgt z.B. die Anlage einer Ventrikeldrainage bei Liquoraufstau, die Ausräumung eines Hämatoms und/oder eine osteoklastische Entlastungstrepanation.

Wenn die Hirnstammreflexe bei Aufnahme ins Krankenhaus bereits erloschen sind und der Patient tief komatös ist, erfolgt in der Regel keine Operation mehr.

8 Prognose

Die Prognose ist abhängig von der Größe der Blutung. Wenn die Blutung klein ist und sich auf das Kleinhirn beschränkt, ist eine Restitutio ad integrum häufig möglich.

Bei größeren Blutungen bestimmen Schädigungen des Hirnstamms die Prognose. Häufig ist diese bei Hirnstammkompression infaust.

Fachgebiete: Neurologie

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