Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Kiefergelenk

Synonym: Articulatio temporomandibularis
Englisch: jaw joint, mandibular joint

1 Definition

Das Kiefergelenk ist das Gelenk zwischen dem Schläfenbein (Os temporale) und dem Unterkiefer (Mandibula). Es ist für die Kaubewegung veranwortlich.

2 Anatomie

2.1 Gelenkpfanne

Die Gelenkpfanne ist die Fossa mandibularis der Schläfenbeinschuppe (Pars squamosa ossis temporalis). Sie ist nur vorne von Faserknorpel überzogen. Vor ihr liegt eine kleine Knochenerhebung, das Gelenkhöckerchen (Tuberculum articulare ossis temporalis).

2.2 Gelenkkopf

Der Gelenkkopf liegt am Gelenkfortsatz des Unterkiefers (Processus condylaris) und wird als "Caput mandibulae" bezeichnet. Sein Krümmungsradius ist deutlich kleiner als der der Fossa mandibularis. Eine faserknorpelige Gelenkscheibe (Discus articularis) ist an der Gelenkkapsel befestigt und teilt die Gelenkhöhle in zwei Kammern.

2.3 Gelenkkapsel

Die Gelenkkapsel entspringt von einer als Fissura petrotympanica benannten Spalte zwischen dem Felsenbein und der Pars tympanica des Os temporale. Sie umfasst vorne noch das Gelenkhöckerchen. Die Kapsel ist sehr weit, besteht aus vielen elastischen Fasern und wird an den Seiten durch Bindegewebszüge, ein Ligamentum mediale und ein Ligamentum laterale verstärkt. Im dorsalen Teil der Gelenkkapsel befindet sich die bilaminäre Zone.

2.4 Bänder

Neben den Bändern der Gelenkkapsel wird das Kiefergelenk durch weitere Faserzüge stabilisiert:

2.5 Innervation

Die Kiefergelenkkapsel wird durch die Rami articulares des Nervus auriculotemporalis, des Nervus temporalis profundus und des Nervus massetericus versorgt.

Die Propriozeption des Kiefergelenks umfasst mehrere Rezeptortypen, darunter Ruffini-Körperchen, Vater-Pacini-Körperchen, Golgi-Sehnenorgane und freie Nervenendigungen.

2.6 Blutversorgung

Die arterielle Versorgung des Kiefergelenks erfolgt zum größten Teil durch die Arteria temporalis superficialis aus der Arteria carotis externa. Auch andere Äste der A. carotis externa, z.B. die Arteria auricularis profunda, die Arteria tympanica anterior, die Arteria pharyngea ascendens oder die Arteria maxillaris können zur Durchblutung beitragen.

2.7 Topographie

Unmittelbar hinter dem Kiefergelenk findet sich der äußere Gehörgang (Meatus acusticus externus) und unmittelbar darüber die Fossa cranii media.

3 Biomechanik

Das Kiefergelenk kann drei Hauptbewegungen ausführen, wobei zu beachten ist, dass beide Kiefergelenke immer zusammen wirken müssen, da der Unterkiefer am linken und am rechten Kiefergelenk beteiligt ist. Das Ausmaß der seitlichen Unterkieferschwenkung wird in Grad gemessen und wird als Bennett-Winkel bezeichnet.

3.1 Scharnierbewegungen

Wird der Mund geöffnet, bewegen sich die Gelenkköpfe nach vorn. Beim Schließen bewegen sie sich nach hinten. Man vermutet, dass der Unterkiefer durch das Ligamentum sphenomandibulare in seiner Bewegung eingeschränkt wird. Diese Bewegung wird mit einer Drehung der Gelenkköpfe um eine nicht festliegende Transversalachse kombiniert.

3.2 Schlittenbewegung

Unter einer Schlittenbewegung versteht man das Vor- und Zurückschieben des Unterkiefers mit einem Spielraum von etwa 1,5 cm. Der Mund kann bei dieser Bewegung auch geschlossen bleiben.

3.3 Mahlbewegung

Werden im Kiefergelenk Mahlbewegungen ausgeführt, wandert ein Gelenkkopf nach ventral, während sich der andere um seine vertikale Achse dreht. Gleit- und Drehbewegung finden dabei abwechselnd in beiden Gelenken statt.

4 Pathologie

Es kann vorkommen, dass sich das Caput mandibulae bei sehr weit geöffnetem Mund bis vor das Gelenkhöckerchen bewegt und sich dort so verhakt, dass der Mund nicht mehr geschlossen werden kann. Dies bezeichnet man als Kiefersperre. Bei einer Kieferklemme kann der Mund nicht geöffnet werden. Das Kiefergelenk kann auch von einer Arthrose betroffen sein oder im Rahmen eines Costen-Syndroms Kopfschmerzen verursachen.

siehe auch: Kaumuskulatur, Kauakt, Kaugeräusch

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Fachgebiete: Kopf und Hals

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