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Hypophyse

von altgriechisch: ὑπόφυσις ("hypóphysis") - "das untere Gewächs"
Synonyme: Hirnanhangdrüse, Glandula pituitaria
Englisch: hypophysis, pituitary gland

1 Definition

Die Hypophyse ist eine haselnussgroße, von straffem Bindegewebe umschlossene Hormondrüse, die über den Hypophysenstiel (Infundibulum) mit dem Hypothalamus verbunden ist.

2 Anatomie

Die Hypophyse sitzt an der Schädelbasis in der Hypophysenloge (Fossa hypophysialis). Die betreffende Knochenstruktur des Os sphenoidale wird Türkensattel (Sella turcica) genannt. Nach oben ist die Hypophysenloge vom Gehirn durch das Diaphragma sellae abgegrenzt.

Zu beiden Seiten der Hypophyse befindet sich der Sinus cavernosus, durch den die Arteria carotis interna sowie verschiedene Nerven (Nervus oculomotorius, Nervus trochlearis, Nervus abducens und Äste des Nervus trigeminus) ziehen. Die beiden Sinus sind durch querlaufende Sinus im vorderen und hinteren Sellabereich verbunden. Von dort fließt venöses Blut aus der Hypophyse zum Sinus petrosus inferior, der im Rahmen des Inferior Petrosal Sinus Sampling (IPSS) von Bedeutung ist.

3 Histologie

4 Einteilung

Man unterscheidet grob den Hypophysenvorderlappen (HVL, Adenohypophyse) und den Hypophysenhinterlappen (HHL), der auch als Neurohypophyse bezeichnet wird. Der Hypophysenvorderlappen steht über das so genannte Hypophysen-Pfortader-System mit der Eminentia mediana in Verbindung und kann in drei Teile unterteilt werden:

  • Pars distalis
  • Pars intermedia - zwischen Pars distalis und Neurohypophyse
  • Pars tuberalis

5 Embryologie

Die Hypophyse leitet sich aus ektodermalem Gewebe ab, das aus zwei Quellen stammt:

  • Die Adenohypophyse leitet sich vom Ektoderm des Rachendaches ab. Mitte der vierten Woche bildet sich am Rachendach eine Ausstülpung, die sich am Boden des Diencephalons anlagert, die Rathke-Tasche. Bis zur 5. Woche verlagert sich die Rathke-Tasche und schnürt sich dann von ihrer Verbindung zur Mundhöhle ab.
  • Die Neurohypophyse ist ein Abkömmling des Neuroektoderms des Diencephalons. Die Neurohypophyse geht aus dem Neuroepithel des Gehirns aus. Aus dem Infundibulum, welches ebenfalls eine Ausstülpung des Diencephalons ist, werden die Eminentia media, der Hypophysenstiel und die Pars nervosa gebildet.

6 Physiologie

Die Sekretion der Vorderlappenhormone wird durch Releasing- und Inhibiting-Hormone des Hypothalamus gesteuert. Die Hypophysenhinterlappenhormone stammen eigentlich aus dem Hypothalamus. Sie sind an Neurophysine gebunden und gelangen per axonalem Transport zum Hypophysenhinterlappen. Dort werden sie gespeichert und bei Bedarf unter Abspaltung der Neurophysine freigesetzt.

7 Hormone des Hypophysenvorderlappens

Pars distalis:

Pars intermedia

Pars tuberalis

Weitgehend unbekannte Funktion. Es wird vermutet, dass dieser Teil an der Sekretion von ACTH, FSH und LH beteiligt ist.

8 Hormone des Hypophysenhinterlappens

9 Krankheiten der Hypophyse

  • Mangelkrankheiten (Hypopituitarismus): Jeder hormonproduzierende Anteil der Hypophyse kann einzeln oder kombiniert ausfallen. Ist die gesamte Hypophyse ausgefallen, spricht man vom Panhypopituitarismus.
  • Hormonüberschuss: Jeder hormonproduzierende Anteil der Hypophyse kann einen gutartigen Tumor bilden, der einen Hormonüberschuss (Hyperpituitarismus) produzieren kann. In diesem Fall spricht man von einem Hypophysenadenom. Bei einer vermehrten Sekretion von Somatotropin entsteht z.B. das Krankheitsbild der Akromegalie.

10 Weblinks

Roche Lexikon

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