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Hidradenitis suppurativa

Synonym: Akne inversa, Aknetriade, Morbus Verneuil, Pyodermia fistulans sinifica

1 Definition

Die Hidradenitis suppurativa ist eine rezidivierende und meist chronisch verlaufende Hauterkrankung mit der Ausbildung von sehr schmerzhaften Entzündungen, Abszessen und vielmals Fistelbildungen.

Meistens tritt diese Erkrankung erst in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter auf. Ein früherer Beginn ist in der Literatur nur mit 2-5% beschrieben. Auch nach der Menopause ist sehr selten mit einem Ausbruch der Erkrankung zu rechnen.

Hinweis: Der Begriff und das Krankheitskonzept der "Hidradenitis suppurativa" ist nach neuerer Ansicht irreführend, da die Erkrankung nicht von den Schweißdrüsen, sondern von den Talgdrüsen und den Terminalhaarfollikeln ausgeht. Die Entzündung der Schweißdrüsen erfolgt sekundär. Aus diesem Grund sollte besser der Begriff Acne inversa verwendet werden.

2 Pathogenese

Die Erkrankung beginnt damit, dass sich der Ausführungsgang des Haares verschließt. Es kommt zu einer Entzündung des Haarfollikels und der Talgdrüse. Infolge einer Infektion mit Bakterien wird weiteres Gewebe eingeschmolzen. Dabei werden Schweißdrüsen, Fett- und Bindegewebe ebenso mit einbezogen. Es entstehen, bevorzugt in den Feuchtgebieten des Körpers, schmerzhafte Entzündungen, Abszesse und im späteren Verlauf Fisteln.

Häufige Erreger sind:

3 Symptomatik

Bei einer Akne inversa findet sich einzelnes oder zu mehreren gruppiertes entzündlich verändertes Gewebe, welche als weiche, gerötete und verschiebliche Knoten erscheinen. Typisch ist hierbei, dass zu Beginn kein Blackhead oder Whitehead sichbar ist. Auch sind die Abszesse gegenüber ähnlichen Dermatosen sehr schwerzhaft. Prädilektionsstellen sind die Körperregionen, an denen apokrine Schweißdrüsen in größerer Zahl vorkommen, d.h. vor allem die Axilla, die Perinealregion, die Genitalregion, der Kopf und die Feuchtgebiete des Körpers.

Unbehandelt können sich von der Entzündung ausgehend größere Abszesse und in der Subkutis ausbreitende Phlegmonen entstehen. Ausgedehnte Abszesse können zur Fistelbildung führen.

4 Therapie

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Die Einteilung erfolgt nach 3 Stadien (Hurley):

  • Stadium I: Einzelne Abszesse ohne Fistelbildung
  • Stadium II: Rezidivierende Abszesse mit Fistelbildung und Narbensträngen
  • Stadium III: Diffuser Befall mit Abszessen, Fistelgängen und Narbenbildung

In Stadium I erfolgt eine mögliche Therapie mit der systemischen Gabe eines Antibiotikums. Therapeutikum der Wahl ist hier Clindamycin und Rifampicin oder auch Monocyclin.

In Stadium II und III ist eine Excision der betroffenen Gebiete bis zu 1 cm ins gesunde Gewebe das Mittel der Wahl.

Unabhängig von den einzelnen Stadien ist eine Therapie aller bekannten auslösenden Faktoren der Erkrankung von größter Wichtigkeit.

5 Prävalenz

Man geht in Industrieländern von 1%-4% der Betroffenen aus. Für Deutschland gibt es bisher nur die Veröffentlichung der Deutschen Interessengemeinschaft Akne inversa e. V., welche ca. 2 Millionen Erkrankte annimmt.

6 Weblinks und weiterführende Informationen

Tags:

Fachgebiete: Dermatologie

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