Heterotope Ossifikation
Englisch: heterotopic ossification
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Bei den heterotopen Ossifikationen handelt es sich um Ossifikationen, die an verschiedenen Stellen im menschlichen Körper auftreten.
2 Ätiopathogenese [bearbeiten]
Heterotope Ossifikationen können spontan entstehen oder auch nach einem Trauma oder einer Operation auftreten. Möglich ist ebenfalls die Entwicklung nach einer neurologischen Erkrankung (z.B. Schädel-Hirn-Trauma oder Querschnittssyndrom).
Es wird davon ausgegangen, dass eine lokale Entzündung durch ein Knochentrauma, die Immobilisation und die venöse Stase zur Freisetzung von Wachstumsfaktoren führen. Die Wachstumsfaktoren verursachen zusammen mit undifferenzierten Stammzellen eine Aktivierung von Osteoblasten.
Heterotope Ossifikationen werden vor allem nach der Implantation einer Hüft-Totalendoprothese (TEP), aber auch nach Acetabulumfraktur, beim Morbus Paget und beim Morbus Bechterew beobachtet.
3 Klinik [bearbeiten]
Heterotope Ossifikationen imponieren durch Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung und Überwärmung.
4 Diagnostik [bearbeiten]
Heterotope Ossifikationen können auf Röntgenbildern nachgewiesen werden. Jedoch sind sie auf diesen erst nach vier bis acht Wochen zu erkennen, was einen therapeutischen Nachteil mit sich bringt.
Die alkalische Phosphatase kann bis zum dreifachen des Normalwertes erhöht sein.
Die Methode der Wahl ist in der Regel die Knochenszintigraphie.
5 Therapie [bearbeiten]
Die akute Therapie der heterotopen Ossifikationen besteht in kühlenden Packungen, Kaltluft, einer ausreichenden Analgesie und in schonenden Bewegungsübungen. Eine operative Therapie sollte frühestens nach einem halben Jahr erfolgen, da sonst ein erhöhtes Risiko für ein Rezidiv besteht.
Tags: Knochen, Knochenbildung, Ossifikation
Fachgebiete: Chirurgie, Orthopädie
Um diesen Artikel zu kommentieren, melden Sie sich bitte an.