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Heilfasten

1 Definition

Heilfasten stellt eine Form des nicht religiös motivierten Fastens dar und soll zumeist der "Entschlackung" oder Regeneration des Körpers dienen. Oftmals mit dem Heilfasten verbunden ist der Wunsch nach einer seelischen Reinigung. Teilweise werden auch bestimmte Erkrankungen als Indikation angesehen.

2 Abgrenzung

Der Begriff Fasten beschreibt eine strenge Form der Nahrungsbeschränkung zur Gewichtsreduktion oder zur Behandlung von ernährungsbedingten Stoffwechselerkrankungen oder Allergien, welche ihren Ursprung in der Religion hat.

3 Durchführung

In den zwei Vorbereitungstagen erfolgt bereits eine signifikante Reduktion der aufgenommenen Kalorien, ehe eine vollständige Darmentleerung durchgeführt wird. Hierzu wird meistens Glaubersalz verwendet. Das eigentliche Heilfasten besteht aus zumeist sieben Fastentagen, in denen - je nach Variante - gewöhnlich auf feste Nahrung verzichtet wird. Am Ende stehen ca. vier Aufbautage, in denen sich der Organismus stufenweise an die normale Nahrungsaufnahme gewöhnen soll.

4 Varianten des Heilfastens

5 Physiologie

  • Als Reaktion auf die ausbleibende Nahrungsaufnahme reduziert der Organismus den Stoffwechsel, um mit den bestehenden Ressourcen möglichst lange überleben zu können. Als folge sinkt der Blutdruck, während die Diurese steigt.
  • Der Körper greift auf Fett- und Proteinreserven als Energiequelle zurück. Das Muskelgewebe wird als erstes angegriffen, was bei einer kurzen Fastenkur kein Problem darstellt. Wochenlanges Fasten kann den Herzmuskel angreifen. Pro Fastentag verliert der Mensch 400 bis 500 g.
  • Im Rahmen des sog. Hungerstoffwechsels produziert die Leber Ketokörper, von denen Aceton der bekannteste Vertreter ist. Hierdurch kommt es zu einem süßlich-fruchtigen Mundgeruch des Fastenden.

6 Medizinische Indikationen

Inwiefern Heilfasten bei folgenden Krankheitsbildern sinnvoll ist, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Mögliche Indikationen sind:

7 Kontraindikationen

8 Problematik

Soll die Fastenkur zur Gewichtsreduktion durchgeführt werden, ergeben sich hieraus einige Probleme. Wie erwähnt, reduziert der Organismus als Reaktion auf den Nahrungsmangel den Stoffwechsel - hierdurch sinkt der Kalorienverbrauch deutlich. Beendet man das Fasten, bleibt der Körper noch längere Zeit im reduzierten Stoffwechselmodus. Bei gleichzeitiger normaler Nahrungsaufnahme führt dies schnell zu einer Gewichtszunahme, dem so genannten Jojo-Effekt. Verschärfend kommt hinzu, dass der Muskelanteil durch das Fasten verringert wurd. Folge ist eine weitere Verringerung des Kalorienbedarfs im Anschluss an das Heilfasten.

Die beim Fasten entstehenden Ketokörper werden über die Niere ausgeschieden. Als Stoffwechselendprodukt entsteht reichlich Harnsäure, was dem Ziel einer "Entschlackung" des Körpers entgegensteht.

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