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Hörsturz

Synonyme: idiopathischer Hörsturz, akuter idiopathischer sensorineuraler Hörverlust, Ohrinfarkt
Englisch: sudden idiopathic hearing loss, SIHL

1 Definition

Der Hörsturz ist eine in der Regel einseitige Schallempfindungsschwerhörigkeit kochleärer Genese, die

  • plötzlich auftritt
  • keine erkennbare Ursache hat
  • einen unterschiedlichen Schweregrad bis hin zur Ertaubung aufweist

Der Hörsturz ist eine Ausschlussdiagnose, da spezielle Untersuchungen, die andere Erkrankungen gleicher Symptomatik ausschließen, richtungsweisend für die Diagnose und die sich daraus ergebende Therapie sind.

2 Ätiologie

Die Blutversorgung des Innenohrs wird durch die Arteria labyrinthi - aus der Arteria basilaris oder Arteria cerebelli inferior anterior - sichergestellt. Als Ursache des Hörsturzes wird ein Vasospasmus dieser Arterie angenommen, der durch dauerhaften oder plötzlich eintretenden Stress ausgelöst wird. Dadurch wird die Blutversorgung des Innenohrs eingeschränkt und das Hören massiv erschwert.

3 Einteilung

Unterschiedliche Frequenzausfälle erlauben die Einteilung des Hörsturzes in Hochton-, Tiefton-, pancochleäre und Mittelton-Innenohrschwerhörigkeit. Die Unterschiede lassen sich nur mit Hilfe des Tonschwellenaudiogramms nachweisen.

4 Begleitsymptome

Schwindel und/oder Ohrgeräusche können als Begleitsymptome auftreten. Sie stehen aber nicht im Vordergrund der Erkrankung. Der Hörsturz hat erhebliche soziale Auswirkungen, da er den Gehörsinn beeinträchtigt. Die möglicherweise begleitenden Geräusche (Tinnitus) können im erheblichen Maße die Psyche belasten.

5 Therapie

Zur Behandlung des Hörsturzes bestehen verschiedene Auffassungen. Die Therapie richtet sich vor allem nach der jeweiligen Hörsturzform und besteht in der Regel aus:

Nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin ist bisher keine eindeutig Wirksamkeit der aufgeführten Verfahren belegt.

6 Weblinks

Leitlinie Hörsturz (Stand 03/2018): http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/017-010.html

Hörstürze kommen meistens mit einer Ankündigung und begleitend mit Ohrensauren oder klirren. Betroffene bemerken eine eindeutige Veränderung, und manchesmal auch begleitend mit höherem Stress aufkommen.
#1 am 21.04.2013 von Brian Petermann (Medizinjournalist)

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