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Graft-versus-Host-Reaktion

Synonym: Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion, GvHR
Englisch: Graft-versus-Host disease, GvhD

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

Als Graft-versus-Host-Reaktion wird eine zytotoxische Reaktion von implantierten bzw. transfundierten Immunzellen gegen den Wirtsorganismus bezeichnet.

Sie spielt besonders bei Knochenmarktransplantationen eine wichtige Rolle und tritt auch nach Transfusionen bei Kindern mit angeborenen Immundefekten auf.

ICD10-Code: T86.0

2 Ätiologie [bearbeiten]

Die Graft-versus-Host-Reaktion entsteht bei der Übertragung immunkompetenter Zellen aus dem Knochenmark, der Milz oder aus den Lymphknoten. Dabei werden im Empfängerorganismus zelluläre Immunreaktionen ausgelöst, wobei spezifische, gegen den Wirt gerichtete, zytotoxische T-Zellen und Antikörper gebildet werden.

3 Folgen [bearbeiten]

Bei immungesunden Empfängern werden die übertragenen Zellen ohne Komplikation abgebaut. Bei immungeschwächten Wirten können dagegen schwere Erkrankungen, wie Hepatosplenomegalie, Atrophie der lymphatischen Organe, Diarrhoe, Hautveränderungen und Kachexie auftreten, unter Umständen mit tödlichem Ausgang.

4 Einteilung [bearbeiten]

4.1 Akute Graft-versus-Host-Reaktion [bearbeiten]

Die akute Graft-versus-Host-Reaktion tritt innerhalb der ersten Wochen nach Transplantation auf. Sie betrifft vor allem folgende Gewebe bzw. Organe:

Histologisch sind lymphozytäre Infiltrationen, Zellschäden und Zelluntergänge zu finden. Zur Prophylaxe werden Ciclosporin A und Methotrexat gegeben. Zur Therapie werden neben den Standardimmunsuppressiva hochdosiert Kortikosteroide, bei fehlender Besserung TNF-α-Antikörper verabreicht.

Granulozyten- und Thrombozytenkonzentrate werden vor der Transfusion bestrahlt, um eine GvHR zu verhindern.

4.2 Chronische Graft-versus-Host-Reaktion [bearbeiten]

Die chronische Graft-versus-Host-Reaktion tritt frühestens nach 3 Monaten auf. Sie wird begleitet von schweren Infektionen und Veränderungen von Schleimhäuten des Magen-Darm-Traktes, den serösen Häuten, der Haut und der Leber. Zur Therapie werden Prednisolon und Azathioprin verabreicht.

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Benjamin Abels schreibt seit dem 11.09.2006 im Flexikon, hat bereits 516 neue Artikel publiziert und 1542 Artikeldetails verbessert.

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