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Gemeiner Erdrauch

Synonym: Gewöhnlicher Erdrauch
Englisch: common fumitory

1 Definition

Der Gemeine Erdrauch, botanisch als Fumaria officinalis bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Mohngewächse und besitzt Bedeutung als Arzneipflanze.

2 Mermale

Es handelt sich um eine krautige Pflanze mit unterirdischer Knolle und aufrechtem, nicht klimmendem Stängel, die eine Höhe zwischen 15 und 30 cm erreicht. Zwischen Mai und Oktober erscheinen Blütentrauben mit 10 bis 45 dorsiventralen Blüten. Die Blütenkrone ist 7 bis 9 mm lang, das untere Kronblatt ist zugespitzt. Die Frucht ist eine Nuss mit flachem Grübchen an der Spitze. Es wird kein Milchsaft geführt. Fumaria officinalis ist in Deutschland in allen Bundesländern verbreitet, bevorzugt nährstoffreiche Standorte und ist häufig auf Äckern und Wiesen anzutreffen.

3 Pharmazeutische Droge

Das Europäische Arzneibuch (Ph. Eur.) monographiert Erdrauchkraut (Fumariae herba) als Arzneidroge. Es handelt sich um die zur Blütezeit geernteten, oberirdischen Pflanzenteile. Merkmale der Droge sind unter anderem: hohle, kantige Stängel, doppelt fiederspaltige Blätter (kahl, blaugrün bereift), traubig angeordnete Blüten mit sackförmigem Sporn (rosarot bis purpurrot, an der Spitze dunkelrot bis braun), 6 Staubblätter (3 an den Filamenten verwachsen) und circa 2 mm große, kugelige Früchte mit kleinen, braunen Samen. Mikroskopisch zeigen sich unter anderem anomocytische Spaltöffnungen, stumpfe Papillen an den Blattspitzen, hexaporate Pollenkörner mit punktierter Exine sowie an der Blütenkrone wenige Zellwände (v.a. epidermal) und Papillen.

4 Inhaltsstoffe

Als Hauptwirkstoffe werden Alkaloide angegeben. Gemäß Ph. Eur. wird ein Gesamtalkaloidgehalt von 0,40 % im Erdrauchkraut gefordert, berechnet als Protopin. Weitere Bestandteile sind unter anderem Pflanzensäuren wie Fumarsäure.

5 Indikationen

Gemäß Kommission E kann die Anwendung bei krampfartigen Beschwerden der Gallenblase und Gallenwege sowie des Gastrointestinaltrakts empfohlen werden. Darüber hinaus werden zahlreiche volkstümliche Indikationen genannt, darunter Psoriasis, Ekzeme, Obstipation, diverese Erkrankungen der Leber, als Diuretikum, Arteriosklerose, Rheuma und Arthritis.

6 Toxikologie

Im Tierversuch (parenteral) zeigen sich bei verschiedenen Arten neurotoxische Effekte bei hohen Dosierungen von Zubereitungen aus Fumaria officinalis. Auch wenn die Humantoxizität gering ist, sollte dementsprechend vorsichtig dosiert werden.

7 Literatur

  • Jäger et al.: Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, Bd. 2. Aufl. 20, Spektrum akadem. Verlag.
  • Roth, Daunderer & Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte, 5. Aufl., Nikol Verlag.
  • Rahfeld: Mikroskopischer Farbatlas pharmazeutischer Drogen, Spektrum akadem. Verlag, Heidelberg 2009.

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