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FlexiEssay: Rosazea - ein Hautproblem

Dieser Artikel ist keine lexikalische Definition, sondern ein so genannter FlexiEssay. Essays erklären spezielle Fragestellungen in der Medizin. Sie sind im Gegensatz zu anderen Artikeln nur teilweise frei editierbar. Bitte beachten Sie die Hinweise am Seitenende.

Inhaltsverzeichnis

1 Hautproblem Rosazea

Die Bezeichnung Rosazea stammt aus dem lateinischen Sprachraum und findet sich unter dem Begriff rosaceus (=rosenfarbig). Vorrangig wird die Rosazea auch Kupferrose, Kupferfinne oder Rotfinne genannt.

Oftmals wird sie auch mit der "altbekannten Akne" verwechselt. Daher ist es wichtig immer zu einem geschulten Dermatologen zu gehen, damit in der späteren Diagnostik keine Missverständnisse in der Therapieform entstehen.

Der Beginn der Hautveränderungen kann etwa vor dem 18.Lebensjahr liegen und in jedem Lebensalter auftreten. Erkrankungsgipfel ist die Zeit zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Im Kindesalter tritt diese Gesichtskrankheit nur selten auf

Die Rosazea weist eine Vielzahl von Erscheinungsformen auf.

2 Woran ist die Rosazea zu erkennen?

  • Befallene Partien: mittleres Längsdrittel des Gesichtes also Stirn, Wangen, Nase, Kinn
  • Erweiterung von Blutgefäßen mit Rötungen für Stunden, später dauerhaft (Teleangiektasie)
  • Im weiteren Verlauf Papeln und Pusteln
  • Decolletée und seitliche Halspartien sind seltener betroffen
  • Die Hautveränderungen dehnen sich mit der Zeit immer mehr aus, sie werden konstant und knotig, es bildet sich vermehrt Bindegewebe, so dass die betroffenen Hautregionen dicker werden. Das kann vor allem bei Männern zu einer massiven Verdickung und Rötung der Nase führen (Rhinophym)
  • In bis zu 60 bis 75 Prozent der Fälle sind die Augen mitbetroffen, was sich in Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Blepharitis (Lidrandentzündung), Keratitis (Hornhautentzündung) oder trockenem Auge zeigt; die Sehkraft kann gefährdet sein. Daher ist es wichtig auch den Augenarzt in regelmäßigen Abständen zu konsultieren.

3 Ursachen der Rosazea

Da die Hauptursache weitestgehend noch nicht völlig bekannt ist, nimmt man derzeit (2006) an, dass es sich um eine Kombination aus Erbfaktoren und äußeren Auslösern handelt. So kann es z.B. durch bestimmte auslösende Faktoren zu einer neurovegetativen Regulationsstörung der Blutgefäßwände im Gesichtsbereich kommen.

Bestimmte körpereigene Auslösemechanismen (auch Trigger genannt) lösen an einer nicht näher bekannten Stelle des Nervensystems einen Störmechanismus aus, der das Krankheitsgeschehen in Gang setzt. Auslöser können chemischen und psychischen Ursprungs sein, so zum Beispiel:

  • emotionale Konflikte
  • negativer Stress (Dis-Stress)
  • Aufregung
  • körperliche Anstrengungen
  • heiße Bäder mit und ohne Zusätze (Parfümöle)
  • Hautpflegeprodukte
  • Sonneneinstrahlung
  • Heiße Temperaturen (Sommer, Klimaveränderungen bei Reisen)
  • Heiße Getränke
  • Kühle Temperaturen (Luft, Wasser, Wind)
  • Temperatur-Wechsel (kalt-warm)
  • Alkoholische Getränke
  • Scharfe Gewürze
  • zuviel Zucker

Hinterfragen Sie also wo Sie für sich mögliche Auslöser entdecken.

4 Hinweise für die individuelle Behandlung

Ist die Erkrankung der Rosazea früh erkannt worden und wird sie dann auch umgehend behandelt, kommt es meist nur zu geringfügigen Verränderungen und der Verlauf kann günstig beeinflusst werden. Eine Grundvoraussetzung hierfür ist eine konsequente und regelmäßige Behandlung auf drei verschiedenen Ebenen.

  • Medikamente
  • Entspannungsverfahren
  • Vermeiden und Reduzieren von Auslösern

Häufig wird eine lokale Behandlung mit Metronidazol als Gel (Metrogel) oder Creme (Metrocreme) - zwei bis drei mal täglich zum Auftragen empfohlen. Ist nach etwa dreimonatiger Behandlung keine Besserung zu erkennen wird eine systemische Behandlung mit Antibiotika (Tabletten/Kapseln) angestrebt. In schwerwiegenden Fällen kann auch eine Laserbehandlung angedacht werden. Fragen Sie hierzu Ihren behandelnden Arzt.

5 Pflegetipps

  • Die Hautreinigung sollte nur mit handwarmem Wasser durchgeführt werden, wodurch eine zu starke Reizung der Blutgefäße vermieden werden kann
  • Bitte nur milde Reinigungsmittel verwenden (sofern keine Kreuzallergien vorliegen, können auch Pferdemilchseifen verwendet werden)
  • Keine stark fettenden und parfümierten Pflegeprodukte verwenden
  • Keine Anti-Akne-Produkte verwenden, diese sind häufig aufgrund ihrer Aggressivität und durch die darin enthaltenen Tenside ungeeignet
  • Sonstige Hautreinigung nur mit milden Reinigungstücher durchführen (lassen Sie sich hiezu in Ihrer Apotheke beraten
  • Sie sollten die direkte Sonneneinwirkung meiden, jedoch ist dies nicht immer möglich. Deshalb sollten Sie ein Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor >20 benutzen.

6 Ergänzende Therapiemethoden

  • Lymphdrainage: 2x pro Tag 10 Minuten lang Stirn, Wange, Kinn und Hals mit kreisenden Bewegungen sanft massieren (kann man selbst durchführen); der beschleunigte Lymphabfluss reduziert die Schwellungen
  • Autogenes Training (Gruppenteilnahme kann hilfreich sein)
  • Yoga
  • Entspannende Musik (die subjektiv so empfunden wird)
  • Spaziergang im Wald und auf freiem Feld, je nach Laune
  • Farb- Lichttherapie - hier besonders der Gelbgrün
  • Ausreichend Schlaf von bis zu 7,5 Stunden pro Schlafeinheit
  • Darmsanierung – denn bei Veränderungen der Haut, besonders der Gesichtshaut, muss immer an eine Störung der mikrobiellen Darmflora gedacht werden.
  • Kanne Brottrunk zur Verbesserung des Stoffwechsels und der Darmflora und Verwendung eines Darmaufbereiters. Verwenden Sie z.B. den Brottrunk mit etwas flüssigem Süßstoff und etwas Fruchtsaft (½ Glas Brottrunk, Süßstoff, ¼ Glas Wasser, ¼ Glas Apfelsaft)
  • Nutzen Sie auch die Möglichkeit des Einsatzes der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).

Eine weitere Möglichkeit ist die Anwendung von Proanthenolen. Dies sind Moleküle, die Entzündungen (besonders die in der Haut) reduzieren und die Eigenschaften des Bindegewebes verbessern. Die Haut wird geschmeidiger und reinigt sich wieder besser von selbst. Rötungen und Verdickungen gehen zurück (Name: OPC / OPeCe = Oligomere Procyanidine, Naturstoffe, die nach dem Patent eines französischen Professors aus Pinienbaumrinden, Traubenkernen oder Weintraubenschalen extrahiert werden). Auch häufig angewendet werden Produkte mit hohem Gehalt an Aloe Vera.

Die Ernährung ist im Rahmen der Rosazea-Behandlung von sehr großer Bedeutung. Prinzipien sind:

  • fettarme Kost
  • reduzierter Gehalt an Fleisch und Zucker
  • ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen
  • viel Obst und Gemüse
  • besonders viel trinken (z.B. Mineralwässer mit leichtem Obstsaftzusatz)
  • reichlicher Verzehr von grünem Gemüse, vor allem Brokkoli, Grünkohl und Salate
  • Fruchtzucker statt Haushaltszucker.

7 Supplemente

Falls Sie kein Obst zu sich nehmen, sind Supplemente zu empfehlen, zu denen im folgenden Rezepte aufgeführt sind:

  • Anmerkung: Es ist nicht notwendig alle im folgendengenannten Produkte zu nehmen (ratsam sind anfänglich 1 bis 3 - dies bestimmt der Patient selbst). Die Auswahl der Produkte zeigt nur die Vielseitigkeit und Einsatz- bzw. Kombinationsmöglichkeiten an. Die Produkte können, da sie 100 % pflanzlichen Ursprungs sind, unabhängig oder gemeinsam genommen werden, da sie sich nicht in ihrer ursprünglichen Wirkung aufheben.

Die Gesamtliste der eingesetzten Produkte:

  • Shii-take-Pilz
  • Reishi-Pilz
  • Aloe Vera (als 4 Wochen-Kur / bei Bedarf 3 bis 4 mal pro Jahr, innerlich und äußerlich anwendbar)
  • Schwarzkümmel (sollte mindesten ½ Jahr dauerhaft eingenommen werden)
  • OPC
  • Kanne Brottrunk
  • Obst und Gemüsekonzentrat (z.B. Juice Plus+)

7.1 Einsatzempfehlung zu den Produkten

  • Hinweis: Es kann bei einer jeden Abwendung von Produkten (welcher Art auch immer – chemisch oder pflanzlich) eine anfängliche Verschlechterung in den ersten Tagen auftreten, wobei sich dann der Erkrankungszustand in der Folgezeit allmählich bessert

Weitere Informationen finden Sie unter Mertens Gesundheitsberatung

7.2 Rezept mit Shii-take-Pilzen

Keimsalat mit Shii-take-Pilzen:

  • Für die Sauce:
    • 1 EL Zitronensaft
    • 2 El Rapsöl
    • 1 EL gehackte Küchenkräuter
  • Zubereitung der Pilze und weiteren Zutaten:
    • 250 g Shii-take-Pilze in feine Streifen geschnitten / leicht blanchiert / mit gut Biss / abkühlen lassen
  • 250 g Mungobohnen / 4 Min. blanchieren / abkühlen lassen
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • 1 EL Sojasauce

Herstellung: Saucenzutaten anrühren, Pilze in eine Schüssel geben, mit der Marinade anmachen und dann etwa 10 Minuten ziehen lassen. Bohnenkeime unterheben und mit Sojasauce verfeinern.

Abschließender Tipp: Ob als Creme mit dem Wirkstoff Pimecrolimus oder als Salbe mit der Substanz Tacrolimus - Calcineurinhemmer sind in kurzer Zeit zu einer wichtigen Option in der Behandlung von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Neurodermitis geworden. Sie haben sich als ebenso wirksam erwiesen wie mittelstarke Glukokortikoide, haben aber auch bei Langzeitanwendung nicht die typischen Nebenwirkungen der Glukokortikoide. Das ist auf einem Dermatologie-Kongreß in Dresden deutlich geworden.

8 Hinweise

FlexiEssays geben die persönliche Einschätzung des Autors wieder, die nicht notwendigerweise mit der allgemeinen Lehrmeinung kongruent ist. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt einen eigenen Platz im Flexikon finden.

9 Primärautor

Dieses FlexiEssay stammt von Mertens – Gesundheitsberatung Innovationen für Ihr Wohlbefinden www.mertens-gesundheitsberatung.de

Selfkant, den 11.07.2006

Fachgebiete: Dermatologie

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