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Endoskopische Polypektomie

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Die endoskopische Polypektomie ist ein Verfahren zur Entfernung von Polypen im Rahmen endoskopischer Untersuchungen des Gastrointestinaltraktes, hauptsächlich im Rahmen einer Koloskopie.

2 Indikation

Bei einer Koloskopie darstellbare Polypen sollten möglichst immer entfernt und einer histologischen Untersuchung zugeführt werden. In den meisten Fällen handelt es sich um kolorektale Adenome.

Prinzipiell werden jedoch auch andere Polypenformen entfernt um eine histologische Diagnose zu ermöglichen (z.B. Hamartome bei Peutz-Jeghers-Syndrom).

3 Vorgehen

Zur endoskopischen Abtragung von Polypen bestehen eine Reihe von technischen Möglichkeiten.

Am häufigsten werden Polypen mit einer Diathermieschlinge abgetragen. Dabei wird der Polyp zunächst mit der Schlinge umschlungen und die Schlinge wird bis zur Basis des Polypen angezogen. Danach erfolgt die Anwendung von Strom. Dabei wird der Polyp gelöst und der Schnittrand durch Wärmeanwendung verödet. Die Bergung des Polypen erfolgt mit der Diathermieschlinge selbst, durch spezielle Greifzangen oder durch Absaugung.

Zur Blutungsprophylaxe kann vor der Entfernung von Polypen die Basis des Polypen mit verdünnter Adrenalinlösung (1:20.000) und/oder Äthoxysklerol unterspritzt werden.

Ist eine Blutstillung durch Unterspritzung und Diathermieanwendung nicht zu erwarten, können weitere Verfahren zur Blutstillung angewendet werden.

  • Bei Polypen mit größeren Gefäßen kommen metallische Gefäßclips zum Einsatz. Mit dem Clip-Applikator wird die Basis des Polypen umschlungen, der Clip wird durch einen Auslösemechanismus festgesetzt und verschliesst Blutgefäße sicher.
  • Beim sogenannten Endo-Loop wird eine Kunststoffschlinge um die Polypenbasis geschlungen. Das Prinzip entspricht dabei einer chirurgischen Ligatur bzw. der Gummibandligatur von Hämorrhoiden.

Bei der Abtragung großer Polypen kann auch Schicht für Schicht vorgegangen werden. Dabei werden nach und nach Scheiben des Polypen abgetragen.

4 Komplikationen

Die wichtigsten Komplikationen der endoskopischen Polypenabtragung sind die Blutung bzw. Nachblutung und die Perforation der Darmwand.

Nachblutungen kommen im Allgemeinen bei unter 2% der Polypektomien vor. Jedoch sind Nachblutungen bei großen Polypen häufiger (etwa 5-7%).

Perforationen sind noch seltener als Nachblutungen und kommen in unter 1 % der Polypektomien vor. Bei Abtragung größerer Polypen steigt die Rate der Perforationen jedoch auch auf 1-2% an.

Zur Erkennung der Komplikationen nach der endoskopischen Polypektomie werden Patienten überwacht. Erfasst werden sollten hierbei:

Bei abdominellen Beschwerden nach der Polypektomie sollte eine Perforation durch eine Abdomenübersichtsaufnahme ausgeschlossen werden.

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Christopher Wallraff schreibt seit dem 23.04.2009 im Flexikon, hat bereits 26 neue Artikel publiziert und 28 Artikeldetails verbessert.

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