Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Elizabethkingia meningoseptica

1 Definition

Elizabethkingia meningoseptica ist ein gramnegatives, obligat aerobes Bakterium, das in der Natur weit verbreitet ist. Beim Menschen kann es Nosokomialinfektionen auslösen.

2 Geschichte

Der Erreger wurde erstmals 1959 von der US-amerikanischen Mikrobiologin Elizabeth O. King isoliert, als sie einen bislang unbekannten Erreger isolierte, der mit Meningitis-Fällen bei Kindern assoziiert war. Sie nannte den Organismus "Flavobacterium meningosepticum". 1994 wurde er der Gattung Chryseobacterium zugeschlagen und in Chryseobacterium meningosepticum umbenannt. Nach genetischen Analysen im Jahr 2005 wurde schließlich die neue Gattung "Elizabethkingia" definiert, die nach der ursprünglichen Entdeckerin benannt wurde.

3 Eigenschaften

Elizabethkingia meningoseptica ist ein gramnegatives, obligat aerobes Stäbchenbakterium, dessen Zellleib leicht gekrümmt ist. Es ist nicht beweglich und bildet keine Sporen. Es ist Katalase-, Oxidase- und Indol-positiv sowie Urease-negativ.

Der Erreger lässt sich im Labor gut auf Blut- und Schokoladenagar anzüchten. Die Kolonien sind nicht pigmentiert oder bilden ein schwachen gelben Farbstoff. Sie sind von einem grauen Hof umgeben, der durch Proteasen und Gelatinasen erzeugt wird. Stämme, die besser bei höheren Temperaturen wachsen, scheinen eine stärkere Virulenz zu besitzen.

4 Resistenz

Elizabethkingia meningoseptica ist gegen die meisten Antibiotika resistent, die üblicherweise gegen gramnegative Erreger eingesetzt werden - u.a. gegen Betalaktamantibiotika mit erweitertem Wirkspektrum, Aminoglykoside, Tetrazykline und Chloramphenicol. Der Erreger produziert zwei Betalaktamasen, ESBL und eine Carbapenem-hydrolysierende Metallolaktamase der Klasse B.

5 Klinik

Elizabethkingia meningoseptica wird für eine steigende Zahl von Nosokomialinfektionen verantwortlich gemacht. Sie betreffen vor allem Kinder auf Frühgeborenenstationen oder pädiatrischen Intensivstationen sowie Dialysepatienten[1] und Patienten unter Immunsuppression. Selten können auch immunkompetente Patineten betroffen sein. Mögliche Krankheitsbilder, die durch Elizabethkingia meningoseptica ausgelöst werden, sind Pneumonie, Meningitis, Endokarditis und Sepsis. Als Infektionsquellen kommen u.a. Leitungswasser, Klinikgeräte, parenterale Ernährungslösungen und kontaminierte Venenkatheter in Betracht.

6 Therapie

Infektionen mit Elizabethkingia meningoseptica werden aufgrund der Resistenzlage des Erregers (s.o.) mit Ciprofloxacin, Minocyclin, Trimethoprim-Sulfamethoxazol, Vancomycin, Rifampicin oder Novobiocin behandelt. Am besten ist eine Therapie auf der Grundlage eines Antibiogramms.

7 Quellen

  1. Ratnamani MS, Rao R: Elizabethkingia meningoseptica: Emerging nosocomial pathogen in bedside hemodialysis patients, Indian J Crit Care Med. 2013 Sep-Oct; 17(5): 304–307. doi: 10.4103/0972-5229.120323 PMCID: PMC3841494

Fachgebiete: Bakteriologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

3 Wertungen (4.33 ø)
Teilen

630 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: